Delirien.
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wenig erforschten Krankheitszuständen des Greisenalters, wesent-lich nur in der Dementia praecox, hie und da auch in der Paralysezur Beobachtung. Die letztere Krankheit können wir bei der Un-möglichkeit einer körperlichen Untersuchung nicht mit vollerSicherheit ausschließen, doch macht schon das Lebensalter desKranken sie sehr unwahrscheinlich; auch die große Gewandtheitseiner Bewegungen spricht gegen jene Annahme. Dagegen erinnertuns der unvermittelte Wechsel zwischen sinnloser Erregung undstarrer Spannung, das Einnehmen eigentümlicher Stellungen, end-lich die hochgradige Verworrenheit der Reden bei guter Auffas-sung, die einförmige Wiederkehr einzelner Wendungen, der Mangeljeder inhaltlichen Beziehung der Ausrufe zur gegebenen Sachlagelebhaft an unsere früheren Erfahrungen über das Krankheitsbildder Katatonie. Auch das Speicheln gehört hierher, da es in derDementia praecox überaus häufig vorübergehend oder dauerndaufzutreten pflegt. Wir werden somit unseren Kranken mit größterWahrscheinlichkeit für katatonisch halten müssen.
Über die Entwicklung des Leidens ist zu bemerken, daß derkräftig gebaute Kranke aus gesunder Familie stammen soll, abervon Jugend auf etwas absonderlich war. In seiner Soldatenzeit,die er sonst zur Zufriedenheit erledigte, fiel ein eigentümlichesMienenspiel auf. Die jetzige Krankheit begann ganz plötzlich voretwa 8 Wochen. Nachdem der Kranke in einer Nacht sehr unruhiggewesen und 12mal aufgestanden war, fing er in der nächsten an,zu stöhnen und laut zu rufen, warf verschiedene Gegenstände ausdem Fenster. Am anderen Tage war er gereizt, sprach zeitweiseverwirrt, erinnerte sich aber seiner Handlungen in der Nacht. Nunsteigerte sich seine Erregung sehr rasch. Er fragte, ob er gehenktoder geköpft werden solle, wollte sich selbst aufhängen, wurde sehrgewalttätig, warf seine Mutter zu Boden, stieß einen Ofen um undsprang schließlich, obgleich er an Händen und Füßen gefesseltworden war, zum Fenster hinaus, ohne sich jedoch ernstlichSchaden zu tun. Bei der 4 Tage später erfolgten Aufnahme in dieKlinik war der Kranke ganz ruhig, völlig klar, hatte nur mangel-hafte Erinnerung an das Vorgefallene, äußerte sich wenigstens fastgar nicht darüber, zeigte aber auch kein Bedürfnis, über seine Er-lebnisse und seinen Zustand ins klare zu kommen, machte sichkeine Gedanken wegen der Zukunft.