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XIII. Vorlesung.
sofort den richtigen Weg. Schon bei seinen Reden haben wir be-merkt, daß seine Sprache schwerfällig, undeutlich, schmierend ist.Die Pupillen sind ungleich, lichtstarr; die Schmerzempfindlichkeitist herabgesetzt. Die Gesichtszüge sind schlaff und ausdruckslos;die Zunge wird zitternd vorgestreckt. In den Beinen bestehen starkeSpannungen, die es schwierig machen, den Kniesehnenreflex ge-nauer zu prüfen; er läßt sich jedoch deutlich nachweisen. Geradedieser Erscheinung begegnen wir ungemein häufig bei Paralytikern,bei denen auch durch die gebräuchlichen Kunstgriffe vielfach keineEntspannung der Beine zu erreichen ist. Am Kreuzbein bestehteine flache Hautabschürfung; an verschiedenen Stellen des Körpersfinden sich kleine furunkulöse Geschwüre.
Die körperlichen Zeichen setzen es außer Zweifel, daß wires hier nicht, mit einem rasch und voraussichtlich günstig ver-laufenden Delirium tremens, sondern mit einem Zustande zu tunhaben, der dem Formenkreise der Paralyse angehört. Bei dieserAuffassung haben auch die unsinnigen Größen- und Kleinheits-ideen des Kranken wie seine wahnhaften Angaben über sein Alter,seine Abstammung u. s. f. nichts Auffallendes mehr. Über die Ent-wicklung des Leidens erfahren wir, daß der Kranke, dessen Familien-verhältnisse unbekannt sind, früher ein sehr unregelmäßiges Lebengeführt und starke Weine sehr geliebt hat. Über luetische Erkran-kungen fehlen alle Angaben. Er war verlobt, strengte sich in letzterZeit sehr an, um eine Staatsanstellung zu erhalten. Die Krankheitbegann ganz allmählich mit Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, man-gelnder Eßlust und trauriger Verstimmung. Dann ging der Krankeviel ins Wirtshaus, trank mehr, als sonst, wurde auffallend ge-sprächig, drängte sich in den Vordergrund, prahlte, gab sich füreinen reichen Mann aus, machte große Bestellungen beim Juwelierund geriet in immer wachsende Erregung', so daß er ins Kranken-haus und von da, wo er überaus gewalttätig war, zu uns verbrachtwerden mußte. Hier ist er seit 4 Wochen.
Wie Sie sehen, entspricht die Entwicklung der Krankheit voll-ständig der von uns auf Grund des jetzigen Zustandes gestelltenDiagnose. Ja, wir erkennen jetzt auch, daß die Ähnlichkeit desBildes mit einem Alkoholdelirium wahrscheinlich durch eineMischung paralytischer mit alkoholischen Zügen bedingt war. Ichwill indessen beiläufig bemerken, daß ähnliche, wenn auch etwas