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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Irresein bei akuten Krankheiten.

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Mörder sein; das männliche Geschlecht soll ihm weggerissenwerden. Neben den Täuschungen findet aber vielfach auch nocheine wahnhafte Deutung wirklicher, unverstandener Wahrneh-mungen statt. Als von einem Handtuche die Rede ist, fragt er:Handtücher soll ich auch genommen haben? Seine Wahnvor-stellungen sind alle depressiven Inhalts, wechseln aber vielfach undwerden nicht weiter verarbeitet. Auch die Stimmung ist nieder-geschlagen, weinerlich, zeitweise verzweifelt und gereizt. EinigeMale hat der Kranke Versuche gemacht, sich das Leben zu nehmen.Aufforderungen befolgt er willig, streckt sogar die Zunge heraus,als man sagt, daß man sie abschneiden wolle, jammert zugleich,so etwas dürfe man doch nicht tun; die Zunge sei doch das Emp-findlichste beim Menschen. Trotz seiner Angst ist er unfähig,abzuwehren, läßt vielmehr hilflos wie ein Kind alles mit sichgeschehen.

In dem vorliegenden Krankheitsbilde begegnen uns somit beiguter Auffassung einzelner Eindrücke weitgehende Unfähigkeit zurVerknüpfung derselben, zur Gewinnung eines Verständnisses derLage und der Vorgänge, ferner große Ablenkbarkeit bei lebhafterAufmerksamkeit, dann Sinnestäuschungen, depressive, wechselndeWahnvorstellungen, traurig-ängstliche Verstimmung, Reizbarkeitund Unruhe bei großer Willensschwäche. Es ist unmöglich, diesenZustand in eines der früher besprochenen Krankheitsbilder einzu-ordnen. Gegenüber der Melancholie ist auf die schwere Störungdes Verständnisses und des Willens hinzuweisen, gegenüber dercirkulären Depression ebenfalls auf die große Unklarheit des Kran-ken und die Art seiner Willensstörung, die keine Hemmung, son-dern die Unfähigkeit bedeutet, das Handeln zweckmäßig zu gestalten.Von den Verstimmungen der Dementia praecox endlich unter-scheidet sich das klinische Bild durch das Mißverhältnis zwischenguter Aufmerksamkeit und schlechter Gesamtauffassung, währenddort bei geringer Aufmerksamkeit überraschend gut aufgefaßt zuwerden pflegt, ferner durch die Stärke der gemütlichen Erregungund durch die einfache Ratlosigkeit des Handelns, denen dortgemütliche Stumpfheit, Negativismus und Befehlsautomatie, trieb-artige Ausbrüche, Stereotypie und Verschrobenheit gegenüber-stehen. Wollte man etwa noch an die Möglichkeit einer Paralysedenken, so würde dagegen das Fehlen aller körperlichen Zeichen,