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XII. Vorlesung.
Gummischlauch, das währt 100 Jahr. Ich will nix wie heim. Siewollen mir Händ’ und Füß’ abnehmen. Die Zeit kommen Rattenund Maus’ und alles auf der Welt. Alles kommt aus dem After.Ich tat sie tot drücken; von mir kämen sie; alle miteinander sagensie’s. Unsere Mutter und wir täten von wilden Viechern leben, vonSchlangen und alles, und von uns tät alles abstammen. Ha, wennman kaput ist, dann soll man noch so rumfliegen, wenn die Augenraus sind und alles kaput ist, als böser Geist. Das ist ein Japanese,der erste Doktor. Die Stimmen reden so, als wenn’s meine Frauund meine Kinder wären. Gesehen hab’ ich niemand. Wenn ichdraus wär’, wär’ ich gesund, aber hier wollen sie ja das Geschlechtrausmachen. Im Bad sind sie, als wenn sie kaput wären. Wennman die Schuhe hinstellt, dann sind sie fort.“ Die Ärzte „warenschon oft da, der eine am meisten; sie sagen, sie wären Ärzte“; dieNamen weiß er nicht genau. Von den Hörern glaubt er einen „mitder blauen Krawatt’“ schon früher gesehen zu haben.
Wir haben hier zunächst festzustellen, daß der Kranke Einzel-heiten, wie z. B. die Anwesenheit eines japanischen Kollegen, gutauffaßt und dabei ablenkbar ist. Es gelingt auch immer, ihn sofortzu unterbrechen und ihn zum Eingehen auf andere Dinge zubringen; freilich schweift er bald wieder ab. Sehr gestört ist offen-bar sein Verständnis der Eindrücke. Er begreift seine Um-gebung und die Vorgänge um ihn herum nicht. Obgleich er hörtund behält, wer wir sind, wo er ist, wird ihm nicht klar, daß dieVerhältnisse den ihm gemachten Angaben entsprechen. „Ich kanndas nicht auffassen,“ sagt er selbst. Alles kommt ihm daher fremd-artig und unheimlich, rätselhaft vor. „Ich bin wie verhext,“ meinter; „was werden da für dumme Sachen gemacht? Hört doch auf,in Gottes Namen! Ich soll immerfort rasiert werden wie der Teufel;ich bin doch kein Teufel. Und dann kommt der Schlüssel, denzeigen sie mir alle Tag’, dann wird aufgeschlossen; ’s fehlt was,und ich soll’s genommen haben.“ Er ist „hier in Heidelberg, wenn’sdoch Heidelberg sein soll“.
Zu dieser Unfähigkeit, ein zusammenhängendes Verständnisder Ereignisse zu gewinnen, und der daran sich knüpfenden Rat-losigkeit gesellen sich Sinnestäuschungen. Der Kranke hörtStimmen, auf die er antwortet, anscheinend Vorwürfe, gegen dieer sich zu verteidigen sucht, und Drohungen. Er soll Räuber und