Paralytischer Größenwahn.
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obgleich er sich in den ersten Jahren vielfach sonderbar benommenhaben soll.
Vor 2 Jahren, also nach fast 5jähriger Zwischenzeit, wurdeer wieder in die Klinik verbracht, nachdem sich allmählich zu-nehmende ängstliche Verstimmung, Nahrungsverweigerung undstarker körperlicher Verfall entwickelt hatten. Der Kranke botnunmehr das Bild eines Stupors dar. Er sprach fast gar nicht, lagmit finsterer, mürrischer Miene teilnahmlos im Bette, aß wenigund mit großem Widerstreben. Nach und nach ließ sich erkennen,daß er an Gehörstäuschungen unangenehmen Inhaltes litt, sichdurch „Übertragungen“ beeinflußt fühlte. Im Brod sei Dreck,in der Suppe Gift, das Fleisch verfault, stinke wie die Pest. SeineStimmung war äußerst unzufrieden, mißmutig; jedem Zuspruchegegenüber verhielt er sich abweisend. Über seine Lage war erganz im unklaren, machte auch gar keinen Versuch, sich über dieUmgebung, die zeitlichen Verhältnisse zu orientieren. So dauerteder Zustand mit geringen Schwankungen volle U/2 Jahre an, biseines Tages die Pupillen, die sehr häufig untersucht worden waren,lichtstarr angetroffen wurden und es von da ab blieben; auchPupillendifferenz trat dann zeitweise auf. Zugleich machte sichHarnverhaltung, später auch Blasenschwäche bemerkbar. All-mählich wurde der Kranke zugänglicher und entwickelte nun dieVorstellung, daß er ganz zusammengeschrumpft, 3 /t Fuß kleinergeworden sei, beklagte sich bitter über die ganze Behandlung, ins-besondere die lange Zeit nötige Sondenernährung, durch die erkrank geworden sei. Er fing jedoch an, selbst zu essen, nahm imganzen 28 Kilogramm zu, davon 20 in 7 Monaten, und geriet mehrund mehr in den Zustand glücklichen Schwachsinns, in dem Sieihn jetzt sehen.*)
Wir können, wie ich glaube, kaum bezweifeln, daß schon dieerste Erkrankung vor 8 Jahren den Beginn der Paralyse bildete.Dafür spricht der Umstand, daß der damalige Zustand die größteÄhnlichkeit mit dem späteren Anfalle darbot, und daß der Krankeauch inzwischen noch längere Zeit auffallend war. Trotzdem hater noch geheiratet und fast 5 Jahre lang seinen schwierigen Dienst
*) Unser Kranker ist nach fast 11 jähriger Dauer seiner Paralyse in eineranderen Anstalt gestorben.