Manische Erregung.
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atmige, vom Hundertsten ins Tausendste führende Erzählungen,die er dann plötzlich mit irgendeiner überraschenden Wendungschließt: „entweder werde ich gesund oder krank oder den Kopfab“. An den Namen Katharine knüpft er an: „Kathreiner-Kneipps-Malzkaffee — Fröhlich Pfalz, Gott erhalt’s — Alles soll geröstetwerden.“ Seine Auffassung und sein Gedächtnis sind sehr gut;seine Angaben macht er mit einer gewissen scherzhaften Genauig-keit; er sei am 1. Juli, Freitag, 10 Minuten vor 6 Uhr in dieKlinik gekommen. Er hält sich für gesund; man hätte ihn nichthereinzubringen brauchen. Über die Ärzte und die Klinik machter spottende Bemerkungen, ebenso über sich selbst; er schwatzenärrisches Zeug, sei aber doch gescheit, gescheiter, als die Ärzte,die in Heidelberg doch nichts lernten. Als er uns zu duzen be-ginnt und wir ihm darüber unser Erstaunen ausdrücken, brichter in eine Flut von Schimpfworten aus, sucht sich darin immernoch mehr zu überbieten, um schließlich mit schallendem Ge-lächter zu endigen. Seine Stimmung ist gehoben, übermütig,sein Benehmen flott, stramm; er hält bei der Antwort die Handwie zum militärischen Gruße an die Schläfe, spricht laut und kurzabgerissen wie bei einer Meldung, verfällt aber bald in gemüt-lichen Erzählerton.
Der Zustand, in dem sich der Kranke befindet, ist, wie Sieschon erkannt haben werden, ebenfalls derjenige der manischenErregung. Die Ablenkbarkeit seines Gedankenganges, die ge-hobene, wechselnde Stimmung und die motorische Unruhe, insbe-sondere die Redesucht, sind deutlich genug. Auch nach anderenRichtungen hin würden Sie seinen Beschäftigungsdrang bewundernkönnen, wenn Sie ihn auf der Abteilung sehen würden, wie erseine Kleider in immer neuen Verschlingungen anordnet, ausseinem Bettzeug ein Pferd verfertigt, auf dem er reitet, oder einenAnker, das Sinnbild seines Berufes, wie er brüllt, singt und tanzt,gelegentlich auch zerstört, was ihm in die Hände fällt. Unsere ausder allgemeinen Erfahrung geschöpfte Vermutung, daß der jetzigeAnfall wohl nicht der erste sein wird, bestätigt sich auch hier.Der Kranke ist vor 8 Jahren zum ersten Male gekommen, seitdemaber schon zum 8. Male hier. Die Anfälle setzten jedesmal ganzplötzlich ein, die beiden ersten nach einem Falle ins Wasser, derdritte bei der Beerdigung seiner Tochter, die späteren ohne er-