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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Manische Erregung.

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Kranke nicht dar, außer einigen Verletzungen, die er bei der ge-waltsamen Überführung in die Klinik erlitten hat.

Das hier betrachtete Bild erscheint uns nach jeder Richtungals der gerade Gegensatz zu gewissen Depressionszuständen, diewir früher kennen gelernt haben. Die Auffassung geschieht rasch;die Vorstellungen tauchen ungehindert auf, um freilich bald durchneue wieder verdrängt zu werden. Die Stimmung ist heiter; dasHandeln wickelt sich glatt und ohne Hemmnisse ab, auch ohnediejenigen, die im gesunden Leben zügelnd eingreifen. Wir be-zeichnen diese Verbindung von Krankheitszeichen, der wir häufigin derselben Form begegnen, mit dem Namen der Manie, oder,da hier die einzelnen Störungen nur leicht ausgebildet sind, alsHypomanie. Unser Kranker ist indessen keineswegs immer sobesonnen und so burschikos liebenswürdig wie zurzeit. Vorüber-gehend, namentlich im Anfänge, war er völlig verwirrt und zu-sammenhangslos in seinen sich überstürzenden Reden, wurde sehrgereizt gegen seine Umgebung, zertrümmerte Tische, Stühle undFensterscheiben, schmierte mit seinen Ausleerungen herum, goßsich die Suppe über den Kopf, stellte das gefüllte Nachtgeschirr aufden Eßtisch. Zu anderen Zeiten wurde er durch Necken und Miß-handeln anderer Kranker, Anschwärzen des Wartpersonals, Nörgelnund Verhetzen bei jeder Gelegenheit fast unerträglich.

Die Manie ist nicht nur gewissermaßen eine getreue Um-kehrung der cirkulären Depressionszustände, sondern sie ist selbstnichts, als ein Abschnitt des manisch-depressiven Irre-seins. Wo wir wirklich manische Erregungen vorfinden, könnenwir demnach den Wahrscheinlichkeitsschluß ziehen, nicht nur, daßsich diese Erregungen öfters im Leben zeigen werden, sondernferner, daß sich außerdem wohl auch Depressionszustände derfrüher geschilderten Art dazwischen einschieben. Kehren wir zuunserem Kranken zurück, so können wir feststellen, daß er bereitszum 7. Male in der Irrenanstalt ist. Er ist unehelich geboren; seineMutter starb an einem Schlaganfall; eine Schwester derselben wargeisteskrank. Der Kranke galt immer für etwas eigenartig, waraber nüchtern und fleißig. Der erste Anfall des Leidens trat inseinem 37. Jahre auf und ähnelte ganz dem jetzigen. Damals ludder Kranke plötzlich in der Zeitung die ganzehiesige Noblessezu einerHaute-volee-Soiree in einem Aussichtshäuschen ein,

Kraepelin, Einführung. 2. Aufl, 5