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VII. Vorlesung.
blickt sich erwartungsvoll und neugierig um. Sobald wir ihn an-reden, entgegnet er schnell und sicher, gibt über seine persönlichenVerhältnisse wie über seine jetzige Lage fließende und zutreffendeAuskunft. Sehr bald aber antwortet er nicht nur, sondern ergreiftselbst das Wort, meint scherzend, er werde nicht alles so glatterzählen, sondern die Prüfung ein wenig erschweren, damit er sehe,ob wir auch etwas verstünden. Er erklärt, daß er an Paralyseleide, macht ganz unsinnige Angaben, rechnet falsch und freut sichköniglich, wenn man darauf weiter eingeht. Läßt man ihn ge-währen, so spricht er viel und lebhaft, läßt sich kaum unter-brechen, verliert aber leicht den Faden und flicht in seine Dar-stellung immer neue, nicht zur Sache gehörige Einzelheiten ein.Eine bündige, kurze Antwort ist von ihm kaum zu erlangen; immerhat er noch etwas hinzuzufügen und auszuschmücken. Auch beimeinen Auseinandersetzungen bittet er zwischendurch wiederholt„ums Wort“, bescheidet sich aber immer wieder mit höflicher Ver-beugung. Vielfach richtet er seine Reden an Sie, spielt auf dasstudentische Leben an, schiebt Verse aus Studentenliedern ein,bringt auch einmal selbst einen Gelegenheitsknittelreim zusammen.
Seine Stimmung ist lustig, gehoben; er gefällt sich in allerleiSpäßen, auch ziemlich gewagten, macht sich über sich und anderelustig, ahmt bekannte Persönlichkeiten nach, lacht über seineeigenen Streiche, die er als ganz harmlos hinzustellen weiß. Erhat sich nämlich in den letzten Nächten vor seiner Aufnahme inallen möglichen Wirtschaften und anrüchigen Häusern herum-getrieben, überall stark getrunken und sich höchst auffallend be-nommen, sich auf dem Markte mit Wasser von oben bis untenbegossen, ist mit der Droschke in den umliegenden Dörfern auseinem Wirtshause ins andere gefahren. Schließlich hat er inseiner Wohnung Spiegel, Geschirr und Möbel zertrümmert, so daßer unter großem Aufgebot von Polizei in die Klinik gebrachtwurde. An allem dem, meint er schlagfertig, sei nur seine Frauschuld, die ihn nicht richtig behandelt, ihm nichts Ordentlichesgekocht habe. Infolgedessen habe er das Wirtshaus aufsuchenmüssen; er müsse den Leuten doch auch etwas zu verdienen geben.Für krank hält er sich nicht, will aber, wenn es uns Vergnügenmache, wie er mit vielsagendem Lächeln hinzufügt, einstweilen beiuns bleiben. Irgend welche körperlichen Störungen bietet der