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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Paralytische Depressionszustände.

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Schmierkur durchgemacht hat. Dieser Umstand hätte uns vielleichtdazu veranlassen können, von neuem eine Schmierkur einzuleiten,wie das im vorigen Falle von dem behandelnden Arzte auch wirk-lich geschehen ist. Leider indessen sind die Erfahrungen derIrrenärzte auf diesem Gebiete äußerst trübe. Da die paralytischenStörungen auch ohne jeden Eingriff oder durch einfache Ruheund Bettbehandlung sehr gewöhnlich Besserungen erfahren, dieunter Umständen sehr weit gehen können, ist es natürlich rechtschwierig, über die Wirksamkeit einer bestimmten Kur ein klaresUrteil zu gewinnen. Darum sind auch vielfach Fälle mitgeteiltworden, in denen der Syphilisbehandlung eine günstige Wirkungzugeschrieben worden ist. Nach meiner eigenen Erfahrung mußich den Nutzen der Schmierkur bei unseren Kranken für sehrzweifelhaft halten; dagegen habe ich im Anschlüsse an jene Maß-regel so häufig raschen Verfall der Kräfte bei Paralytikern ge-sehen, daß ich nicht mehr den Mut finde, die Kur zu empfehlen.Will man sein Gewissen beruhigen, so möge man sich auf dieDarreichung von Jodkalium beschränken, das wenigstens unschäd-lich ist. Nur in denjenigen, nicht allzu häufigen Fällen, in denennoch luetische Krankheitserscheinungen vorhanden sind, wirdauch die Schmierkur am Platze sein. Die Unwirksamkeit derSyphilisbehandlung bei der Paralyse ist einer der wichtigstenGründe gegen die Annahme, daß jene Krankheit einfach als Er-scheinungsform der Syphilis aufzufassen sei. Welcher Art derunbezweifelte innere Zusammenhang in Wirklichkeit ist, erscheintzur Zeit noch nicht genügend aufgeklärt; bisher spricht alles dafür,daß die Paralyse zwar keine syphilitische Erkrankung, wohl abereine Nachkrankheit der Syphilis, eine „Metasyphilis“ ist, wie esMöbius ausgedrückt hat.

Den Beginn der Paralyse bildet, wie in den besprochenenFällen, ungemein häufig ein Depressionszustand, der entwederspäter in andersartige Bilder übergehen oder während des ganzenKrankheitsverlaufes fortbestehen kann. Es ist daher von größterWichtigkeit, die Eigentümlichkeiten dieser Depressionszuständegenau zu beachten, damit man später nicht durch den ungünstigenAusgang überrascht wird. Viele Paralytiker werden im Beginneihres Leidens für melancholisch oder auch nur für neurasthenisch,hypochondrisch gehalten, namentlich wenn die körperlichen Zeichen