IV. Vorlesung. Katatonischer Stupor.
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gestellt werden können. Dabei haben die Kranken zwar eine gewisseEinbuße an geistiger und gemütlicher Regsamkeit wie an Tatkrafterlitten, lassen auch sonst vielleicht kleine Reste der Krankheits-erscheinungen erkennen, aber sie können doch vollkommen fähigsein, in einfachen Verhältnissen ihren alten Platz wieder auszufüllen.Bedenklicher ist es, daß die meisten dieser Besserungen nur zeit-weilige sind, und daß derartige Kranke in großer Gefahrschweben, auch ohne besonderen Anlaß früher oder später wiederzu erkranken, um nun durch ihr Leiden in der Regel schwerer ge-schädigt zu werden. In unserem zweiten Falle hatten wir eine solche,freilich nicht sehr weitgehende Besserung mit späterem Rückfallezu verzeichnen; auch bei diesem letzten Kranken dürfen wir zwarauf ein Schwinden der jetzigen Störungen hoffen, müssen aber auchauf eine spätere schlimmere Wiederkehr derselben gefaßt sein *).
IV. Vorlesung.Katatonischer Stupor.
M. H.! Es sind absonderliche Bilder, die ich Ihnen heute vor-zuführen habe. Sie sehen zunächst ein 24jähriges Dienstmädchenvor Sich, deren Züge und Körper deutlich die Spuren hochgradigerAbmagerung erkennen lassen. Trotzdem ist die Kranke in fort-währender Bewegung, indem sie immer einige Schritte vorwärtsund dann wieder zurückgeht; mit den Händen flicht sie dabei anihrem Zopfe herum, um ihn im nächsten Augenblicke wieder auf-zulösen. Bei dem Versuche, sie an ihrer Bewegung zu verhindern,stoßen wir auf unerwartet kräftigen Widerstand; stelle ich michihr mit ausgebreiteten Armen entgegen, um sie aufzuhalten, soschlüpft sie, da sie mich nicht zur Seite drängen kann, plötzlich
*) Der Kranke ist, körperlich außerordentlich erholt, aber ohne rechtesVerständnis für seine Störung, nach 3monatigem Aufenthalte aus der Klinikentlassen worden. Er befindet sich seit 4 3 /4 Jahren anscheinend genesen zuHause.