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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Dementia praecox.

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nete, zutreffende Auskunft. Seit 5 Wochen sei er krank, habe anKopfschmerzen gelitten, gemeint, seine Kameraden sprächen vonkleinen Verfehlungen, die er sich in früheren Stellungen habe zuSchulden kommen lassen. Er habe gehört, daß man sagte:Wirkriegen dich; dir decken wir das Hemdchen auf! Manches habeer auch nicht verstanden; ihm sei ins Ohr hinein telephoniert worden.Wegen der Stimmen habe er sich dann aufgehängt. Nachher habeer wieder gearbeitet, sei aber noch ängstlich gewesen, fürchtete,falsches Geld ausgegeben zu haben und deswegen ins Gefängniszu kommen, war verwirrt im Kopf, forderte seine Frau auf, sichmit ihm zu erschießen, da sie ja doch im Unglück sei, wenn er insGefängnis komme. Er habe nicht schlafen und nicht essen können,sich immer Vorwürfe gemacht. An der Decke sah er einen Kopf,vor dem er sich anfangs fürchtete; dann sah er mit geschlossenenAugen 2 Tafeln, von denen die eine gespalten war, darauf ein Hausmit Fenstern und einen Bogen.

Alle diese Erlebnisse erzählt der Kranke mit lächelnder Miene,in gezierter Sprechweise. Über seine Selbstmordversuche machter sich weiter keine Gedanken, ebensowenig über seine Ver-bringung in die Anstalt. Er reicht die Hand in steifer, gespreizterHaltung, zeigt ausgeprägte Katalepsie und Echopraxie, auch in derForm der Echolalie, indem er zugerufene Worte sofort, bisweilenmit Verdrehungen, nachspricht. In der ersten Zeit seines Anstalts-aufenthaltes lag er meist den ganzen Tag zu Bette, vielfach mit ge-schlossenen Augen und regungslos, ohne auf Anreden oder selbstNadelstiche sich zu rühren. Wie er gelegentlich erzählte, hörte erStimmen, die ihm alles mögliche vorsprachen und zuriefen. Ergab mit flüsternder Stimme an, daß er oben ein blaues Herz,dahinter zitternden Sonnenschein und noch ein blaues Herz gesehenhabe,ein Weibchenherz. Auch Blitze sah er schießen, einenKometen mit langem Schweif; die Sonne ging an der verkehrtenSeite auf.

Aus den letzten Tagen ist noch zu bemerken, daß der Krankeplötzlich ohne Anlaß die Nahrung verweigert hat, so daß man zurSondenernährung schreiten mußte. Die Anregung, seiner Frau zuschreiben, lehnte er mit der Begründung ab, er habe Wichtigereszu tun. Auch einen Besuch derselben wünschte er nicht; das seieigentlich nicht der Mühe wert. Bei der Aufforderung, die Zunge