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III. Vorlesung.
Harmlosen kombiniert zu werden wünscht“; „Berufsarbeit istLebensbalsam“.
Diese Schriftstücke wie auch seine Äußerungen, er denkeüber die Welt nach, braue sich jetzt eine Moralphilosophie zu-sammen, lassen keinen Zweifel darüber, daß hier neben der ge-mütlichen Verödung auch ein erheblicher Grad von Urteils-schwäche und Zerfahrenheit vorhanden ist, obgleich die reingedächtnismäßige Beherrschung der Kenntnisse keine oder dochnur geringe Einbuße erlitten hat. Es handelt sich um ein geistigesund gemütliches Siechtum eigener Art, das nur äußerlichnoch an die früher besprochenen Depressionszustände erinnert.Dieses Siechtum ist der unheilbare Ausgangszustand eines über-aus häufigen Krankheitsvorganges, den wir vorläufig mit demNamen der Dementia praecox belegen wollen.
Die Entwicklung des Leidens hat sich ganz allmählich voll-zogen. Unser Kranker, dessen beide Eltern vorübergehend „schwer-mütig“ waren, kam, weil er ein zartes Kind war und schlechtsprach, erst mit 7 Jahren in die Schule, lernte dann aber ganz gut;er galt als verschlossener, eigensinniger Knabe. Nachdem er schonfrüh viel onaniert hatte, zog er sich in den letzten Jahren immermehr zurück, glaubte sich von den Geschwistern verlacht, aus derGesellschaft ausgeschlossen wegen seiner Häßlichkeit, duldetedeswegen keinen Spiegel in seinem Zimmer. Nachdem er voreinem Jahre die schriftliche Abgangsprüfung bestanden hatte, wurdeihm die mündliche erlassen, weil er unfähig war, weiter zu arbeiten.Er weinte viel, masturbierte stark, lief planlos herum, spielte un-sinnig Klavier, stellte Betrachtungen an „über das Nervenspiel desLebens, mit dem er nicht fertig werde“. Zu jeder, auch körper-licher Arbeit war er unfähig, fühlte sich „kaput“, bat um einenRevolver, aß schwedische Streichhölzchen, um sich umzubringen,und verlor jede gemütliche Beziehung zu seiner Familie. Zeit-weise wurde er erregt und störend, sprach nachts laut zumFenster hinaus. Auch in der Klinik wurde ein mehrtägiger Er-regungszustand beobachtet, in dem er verworren schwatzte, Ge-sichter schnitt, im Sturmschritt herumlief und zusammenhangs-lose Schriftstücke verfaßte, über die er dann kreuz und querSchnörkel und sinnlose Buchstabenzusammenstellungen malte.Uber die Ursache seines absonderlichen Benehmens vermochte