Dementia praecox.
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Kranke gibt langsame und einsilbige Auskunft, aber nicht des-wegen, weil sein Wunsch, zu antworten, auf übermächtige Hinder-nisse stößt, sondern darum, weil er gar nicht das Bedürfnis fühlt,zu reden. Er hört und versteht zwar recht gut, was man ihm sagt,aber er gibt sich gar keine Mühe, darauf zu achten, paßt nichtauf, antwortet ohne Nachdenken, was ihm gerade einfällt. Einedeutliche Anspannung des Willens ist dabei nicht zu bemerken;auch alle Bewegungen erfolgen schlaff und ohne Nachdruck, aberungehindert und mühelos. Von gemütlicher Niedergeschlagenheit,wie man sie etwa nach dem Inhalte seiner Äußerungen erwartensollte, ist keine Rede; der Kranke bleibt dabei ganz stumpf, fühltweder Befürchtungen noch Hoffnungen noch Wünsche. Was umihn vorgeht, berührt ihn nicht tiefer, obgleich er es ohne wesent-liche Schwierigkeit begreift. Es gilt ihm gleich, wer bei ihm aus-und eingeht, mit ihm spricht, für ihn sorgt; er fragt nicht einmalnach dem Namen.
Dieser eigentümliche, tiefgreifende Mangel einer Gefühls-betonung der Lebenseindrücke bei gut erhaltener Fähigkeit,aufzufassen und zu behalten, ist nun in der Tat das kennzeich-nende Merkmal der Krankheit, die wir hier vor uns haben. Er wirdnoch deutlicher, wenn wir den Kranken eine Zeitlang beobachtenund sehen, daß er trotz seiner guten Bildung wochen- und monate-lang im Bette liegt oder herumsitzt, ohne das geringste Bedürfnisnach Beschäftigung zu empfinden. Vielmehr starrt und brütet ermit ausdruckslosen, hie und da von leerem Lächeln umspieltenZügen vor sich hin, blättert höchstens einmal in einem Buche,spricht nichts und kümmert sich um nichts. Auch bei Besuchensitzt er teilnahmlos da, erkundigt sich nicht nach den häuslichenVerhältnissen, begrüßt seine Eltern kaum und kehrt gleichgültigwieder auf die Abteilung zurück. Zum Briefschreiben ist erkaum zu bewegen, meint, er wisse nichts zu schreiben. Gelegent-lich verfaßt er aber dann einmal einen Brief an den Arzt, in demer, wenn auch in leidlicher Form, ziemlich zusammenhangslos allemöglichen schiefen und halben Gedanken mit eigentümlichen,platten Wortspielereien vorbringt, „um etwas mehr Allegro inder Behandlung“, um „freiheitliche Bewegung zwecks Horizonts-erweiterung“ bittet, „ergo in Vorlesungen etwas Geist schinden“will und „nota bene um Gottes willen nur nicht mit Klub der