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Einführung in die psychiatrische Klinik : zweiunddreißig Vorlesungen
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Cirkuläre Depressionszustände.

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seit dieser Zeit fast regungslos zu Bett. Da er dabei das genauesteVerständnis für seine Umgebung hat und auch schwierigerenGedankengängen zu folgen vermag, muß die Störung wesentlichauf die Auslösung von Willensbewegungen beschränkt oder dochhier bei weitem am stärksten ausgesprochen sein. Wir erkennendabei deutlich seine Bemühungen, zu handeln, unseren Auf-forderungen nachzukommen, zugleich aber auch die Verlangsamungund Erschwerung, die jeder Willensantrieb erfährt. Es wird unterdiesen Umständen gestattet sein, hier von einerWillenshemmungzu sprechen, in dem Sinne, daß sich der Umsetzung der Willens-antriebe in Handlungen Widerstände entgegenstellen, die nurmühsam, aus eigener Kraft oft überhaupt nicht, überwunden werdenkönnen. Diese Hemmung bildet den bei weitem hervorstechendstenZug des Krankheitsbildes. Ihr gegenüber tritt die traurige, gedrückteStimmung verhältnismäßig wenig hervor; weitere psychischeStörungen aber sind zurzeit nicht nachzuweisen.

Mit dieser Feststellung haben wir eine Reihe von Einblickenin das Wesen der hier vorliegenden Krankheit gewonnen. Wirsehen zunächst, daß sich das Zustandsbild von demjenigen unserermelancholischen Kranken in ganz bestimmter Weise unterscheidet,eben durch die starke Willenshemmung bei Fehlen der dort soausgeprägten ängstlichen Unruhe. Wie die Erfahrung lehrt, istdieser Zustand ungemein kennzeichnend für eine ganz andereKrankheit, die wir aus sogleich zu erörternden Gründen mit demNamen des manisch-depressiven Irreseins belegen wollen.Diese Krankheit pflegt in einer Reihe von einzelnen An-fällen zu verlaufen, die jedoch meist nicht gleichartig sind, sondernentweder Depressionszustände der hier geschilderten Art odereigentümliche Erregungszustände darbieten, wie wir sie späterhingenauer kennen lernen werden. Die einzelnen Anfälle sind ge-wöhnlich durch mehr oder weniger lange freie Zwischenzeiten von-einander getrennt.

Auch bei unserem Kranken trifft der Schluß zu, den wiraus der Betrachtung seines jetzigen Zustandes gezogen haben.Er ist zum ersten Male schon mit 23 Jahren erkrankt. Damalswar er, wie es beim ersten Anfalle am häufigsten ist, deprimiert,doch folgte der traurigen Verstimmung schon im nächsten Jahreein Erregungszustand, der ihn in die Anstalt führte. Wieder