Melancholie.
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und Wochentag zutreffend anzugeben. Sein Gesichtsausdruck istniedergeschlagen; die Mundwinkel sind ein wenig gesenkt, dieAugenbrauen zusammengezogen; er blickt meist vor sich hin, schautaber auf, wenn man mit ihm spricht. Auf die Frage nach seinerKrankheit bricht er in Jammern aus; er habe bei der Aufnahmenicht alles gesagt, sondern verschwiegen, daß er sich in der Jugendversündigt, mit sich selbst Unzucht getrieben habe. Alles, was ergetan, sei nicht recht gewesen. „Ich hab’ so Angst, so arg; ichkann ja nicht liegen bleiben vor Angst; ach Gott, wenn ich michbloß nicht so schwer vergangen hätt’!“ Er sei schon über ein Jahrkrank, habe Kopfweh und Schwindel gehabt; mit Magenweh undHerzleiden habe es angefangen; er habe nicht mehr arbeiten können;„es war kein Trieb mehr da“. Er habe keine Ruhe mehr gehabt,sich dumme Sachen eingebildet, wie wenn jemand im Zimmerwäre; einmal sei es ihm vorgekommen, als ob er den Bösen ge-sehen habe; vielleicht bringe man ihn fort. Es seien so Sachenvorgekommen; er habe als Bub’ Äpfel und Nüsse geholt. „DasGewissen hat gesagt: es ist nicht recht; jetzt ist das Gewissen erstaufgewacht in der Krankheit“. Auch mit einer Kuh und mitsich selbst habe er g^)ielt. „Deshalb mach’ ich mir jetzt Vor-würfe.“ Ihm sei gewesen, als ob er von unserem Herrgott ab-gefallen und jetzt vogelfrei sei. Der Appetit sei schlecht; derStuhlgang gehe nicht. Er könne nicht schlafen; „wenn der Geistnicht schläft, kommen einem allerlei Gedanken“. Auch dummesZeug habe er gemacht, sich das Halstuch umgebunden, um sichzu erdrosseln; es sei ihm aber nicht recht ernst damit gewesen.Drei Schwestern und ein Bruder waren auch krank, die Schwesternnicht so arg, wurden bald wieder gesund; „ein Bruder hat sich um-gebracht in Ängsten“.
Alle diese Dinge erfährt man von dem Kranken in abgerissenen,von Jammern und Stöhnen unterbrochenen Sätzen. Im übrigenbenimmt er sich natürlich, befolgt jede an ihn gerichtete Auf-forderung, bittet nur, man möge ihn nicht fortschleppen; „dasHerz hat arg Angst“. Die körperliche Untersuchung ergibt außergeringem Zittern der gespreizten Finger und leichter Arhythmiedes Herzens keine auffallende Störung. Aus der Vorgeschichte istnoch zu erwähnen, daß der Kranke verheiratet ist und 4 gesundeKinder hat; 3 sind gestorben. Die Krankheit begann ohne nach-