Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
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258
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ich, bald scheu, bald läßig, die Feder zu ergreifen bis zur Stundeausgesetzt. Es wäre mir doch wirtlich besser, mit Tönen und Blickenim Wechselgespräch über so Manches verständlich zu werden, undwiederum mich zu machen! Und auch denke ich sehr ernst, wenn ichden Ort ändere, über Hamburg zu gehen, aber Sie wissen, Schwester,wie Alles in der Welt schwebt, und nichts sich setzt, und man kannvon den Menschen sagen, was jener Wirth aus der Anekdote vomMinister:So stehen Seine Excellenz und warten wie ein Narr."Man kommt daraus nur durch Stotze und Sprünge und ichmag gar von mir nicht sprechen, so verachtungsvoll habe ich bisjetzt in der letzten Zeit das Leben an mich kommen lassen. LiebesRöschen, durch zwei dichte Papierbogcn hindurch kann ich nicht in dieSaiten Ihrer Aeolsharfe sehen, oder hauchen; möchte nicht brechen,was auch sich lösen müßte, und die Harmonie immer lind und hei-ter bleiben. Rechnen Sie aber auf einen ruhig besonnenen und sehrinnigen Freund, ob auch leidenschaftlos, der wohl still wünscht zu

beweisen, wie er ist.-Mein Leben früher abgeschnitten,

wie ist es mir so klar, wäre ein schönes Fragment geblieben, soreich und knospend; jetzt vcrdorrt's und blüht nicht, und hilft nichtGott, so seh' ich's in trockner Verzweiflungsgleichgültigkeit auf ewigverpfuscht. Leben Sie innig wohl und froh, und seien Sie mirinnig und herzlich gegrüßt.

A d e l b e r t.

97 .

An Warnhagen in Wie».*)

Berlin im August 1809.

Du hast, mein lieber Karl, eines der vorzüglichsten, vollsten,raschesten, frischesten Kapitel DeinerVersuche und Hindernisse"

*) Varnhagen, in der Schlacht bei Wagram verwundet, wurde gefangennach Wien gebracht, und traf erst im Herbst bei seinem Regiment in Ungarnwieder «in. Dort trat er in ein näheres Verhältniß zu seinem Obristen, GrafBentheim, und begleitete diesen nach dem Wiener Frieden auf mehreren Reisen:so auch iSIV auf einer Sendung nach Paris.