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5 (1864)
Entstehung
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bindungen und Interessen in Anspruch genommen, wie er sie inseinen Denkwürdigkeiten (Bd. 3.) geschildert hat, so konnte er demFreunde noch weniger in der Weise sich hingeben, wie dieser es be-durfte, seit seine Verbindung mit Rahel Levin, seiner spätern Gat-tin, während der Sommermonate deS Jahres 1808 alle seine Muße-stunden in Anspruch nahm (Denkw. Bd. 2. S. 173.). Ueberdemhatte er sich schon ernstlicher auf die Medizin geworfen, um durchsie seine Stellung im bürgerlichen Leben zu begründen, währendChamisso sich auf das Studium einer Brodwissenschaft erst vorbe-reiten mußte; denn noch fehlte ihm die Kenntniß des Lateinischen.Auch waren die äußern Verhältnisse den Wünschen und Bestrebungender vereinten Freunde durchaus nicht günstig, am ungünstigsten fürChamisso. Einerseits fehlte in Berlin für wissenschaftliche Studiender geordnete und übersichtliche Organismus, wie die Universitätihn bietet, und einzelne Vorlesungen, wie die Fichte's, Schleier-macher's u. A., gewährten dafür nur mangelhaften Ersatz; anderer-seits erzeugte der Druck der französischen Herrschaft, die Zerrissenheitund Unsicherheit der politischen Verhältnisse Niedergeschlagenheit undMißbehagen in allen Kreisen der Gesellschaft; am tiefsten aber wurdedas Unglück, welches Preußen und ganz Deutschland getroffen, geradein den Kreisen empfunden, in welchen die Freunde sich bewegten.Chamisso, ehemaliger preußischer Offizier und geborner Franzos, be-fand sich unter solchen Verhältnissen in einer ganz eigenthümlichenStellung; er hatte ähnliche Erfahrungen zu machen, wie zwei Jahrevorher in Hameln, und namentlich scheint er in den Kreisen, derenMittelpunkt Schleiermacher war, nicht selten durch dessen Schärfeund in Folge der damaligen Zustände erhöhte Reizbarkeit, empfind-lich berührt worden zu sein.Eine herrliche war die erste Zeitunseres Bundes mit Karin und andern, heißt es in einem Briefean Rosa Maria vom 1. Juli 1808, unser Frühjahr, unsre grüneZeit; sie war sonnig, liebevoll, so vielversprechend. Aber nicht alles,was damals gekeimt, ist als Blume emporgeschossen, manches Ge-wächs ist verdorrt, manches verpflanzt, manches zertreten; Dornenund Disteln haben gewuchert, der Garten ist durchwühlt, und dieeinzelnen übrigen gehärteten Stauden stehen unverschlungen für