Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
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und schreibe an Dich bis in die späte Nacht hinein, und weiß nicht,Guter, ob Dich der Brief antreffen wird. Lebe wohl.

A d e l b e r t.

r. r. 71. tt.

Ich habe einen Paß nach Frankreich erhalten.

Es sei gestattet, hier noch einen Auszug mitzutheilen aus einemMemoire, welches unser Freund später über die Ereignisse in Hamelndein Ehrengerichte cinzureichen aufgefordert wurde,*) worauf er un-term 21. März 1809 das Zengnißder Pflichttreue im Kriege undüber Befreiung von jeglicher Anschuldigung in Beziehung auf seinBenehmen in Hameln" erhielt und ihm unter dein 1. Mai der Cha-rakter als Premier-Lieutenant vom König ertheilt wurde; da dieserBericht, welcher sich von Chamisso's eigener Hand geschrieben imKonzept in seinem Nachlaß vorgefunden, zur Erläuterung von Man-chem in dem vorstehenden Briefe zu dienen wohl geeignet ist undwie jener Brief das schönste Zeugniß für die ritterliche Gesinnungdes Berichterstatters ablegt.

Aufgefordert, von meinem ganzen Dienstbcnehmen während desletzten Krieges und von meiner eigenen Gefangennehmung Auskunftzu geben, lege ich dem Hochlöblichen Tribunal zu fernerer strengerPrüfung folgenden Bericht darüber ab.

Ich habe während der Berennung und bei der Einnahme Ha-mcln'ö durch den Feind (einziges Kriegsereigniß, wobei ich mich be-funden) keine eigene Kommission erhalten, worüber ich besondersRechenschaft abzulegen hätte, und habe nur beim Regiment und zwarbeim 2. Bataillon und der Compagnie von Lochau gleiche Gesinnungund gleiches Schicksal mit meinen wackeren Kameraden getheilt.Nichtsdestoweniger habe ich Gelegenheit gehabt an den Tag zu legen,daß ich in ihrem Sinne mit einverstanden war, der sich gegen eineschmachvolle Uebergabe der Festung vor dem Angriffe kraftvoll erhob.Ich erinnere, daß ich am Tage, wo, bei zu befürchtender Neberant-

-1 Bgl. Br. 81.