Druckschrift 
5 (1864)
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

fand ich herrlich) und aus dem Hause Ihrer Mutter an Sie ge-schrieben, haben Sie das erhalten? Haben Sie es nicht, könnenSie eben auch den Verlust verschmerzen.

Wie gehet es denn bei uns zu? Wie geht's Ihnen selbst, wasmachen die Juden von Griechen, und was machen alle BerlinerBärte? barbiren sie sich gemächlich durch die Welt hindurch? Meinlieber, guter, wackerer, ungeschickter Freund, was ist das für eineerbärmliche Welt! — ich höre mich selbst heut an, wie eine Geige,die 24 Stunden in dem Regen gehangen hat, und muß mir selbstzuschreien, daß es nicht immer also ist, daß gut besaitet ich Klängehabe, die anders lauten!

Was macht unser Freund Blanc in Halle oder Berlin? wasunser Freund Riqnet und dessen Frau? ich grüße sie alle herzlich,herzlich und bitte sie recht sehr meiner auch in der Entfernung ge-denk zu sein. Glück ihnen auf den Wegen und hauptsächlich keinRegen, denn ich habe erprobt, daß er naß macht!

Lebe du wohl, das heißt auf griechisch rnc»--»-/

35.

An Wilhelm Neumann in Hamburg.

Ncuklrch, den 16. Dezember IMS.

Der letzte Brief vom 28. November erreichte mich auf demZuge und ich habe ihn noch nicht gut lesen können; aber wir ge-langen morgen zur Ruhestätte, ich werde ihn lesen, und dafürsorgen, daß er bald beantwortet werde.

Nur so viel durch Heimann, an den es sich gefügt hat, daß ichfrüher schreibe. Mitarbeiter zu sein des Neujahrsgefchenk an Gar-lieb Merkel ist zu spät, — aber auch so, und weil es mir nicht sichfür mich zu ziemen scheint, der ich mir schon zu alt, oder aber nochviel zu jung, und auf jeden Fall dem Geschäft nicht gewachsen be-dünke, wäre ich nicht dazu zu bringen gewesen. — Es pränumerirenaber, und mit Lust, Adelbert von Chamisso und Louis Lafoye: und