Der Deutsche gesellet gerne der Empfindung, die er im Liedausströmt, ein entsprechendes Naturbild, und hebet mit demselben an— (der Regen, der von den Bäumen träufelt; die grüne Linde imThals; das Mühlrad, das sich dreht; die Sterne, die am Himmelscheinen u. s. w.) —; der Malaye läßt ähnliche Bilder und sprüch-wörtliche Gleichnisse ununterbrochen den Fortgang seiner Empfin-dung verkünden und begleiten, und es liegt darin der wesentlicheCharakter der Pantun. Viele derselben sind, wie das angeführtedeutsche Lied, ein bloßer Hauch. Man wird den Gang längererGesänge und die darin beobachtete Verkettung der Strophen undReime aus den mitgetheilten Nachbildungen sBd. 1. S. 133.j erse-hen. Diese Pantun sind wirkliche Volkslieder, die im Volk entstan-den im Volke leben. Manche werden aus dem Stegreif gesungen,und Wettgesänge sind üblich, in welchen jeder Sänger abwechselndeine Strophe auf die ihm überlieferte» Reime vorträgt.
Der malayische Vers, der im Heldengedicht (8iar) und im Pan-tun derselbe ist, besteht aus acht bis zwölf Sylben, von denen vierakzentuirt sind und einen meist trochäisch-daktylischen Rhythmus Her-vorbringen. Selten fängt eine Zeile mit einer Vorschlagsylbe an.Der Einschnitt nach dem zweiten Akzent und der Endreim sindtrochäisch, wie es die Betonung der malayischen Wörter mit sichbringt. Im Pantun ist der nach unserer Art vollständige weiblicheReim gewöhnlich, da sonst nur der Gleichlaut der unbetonten Sylbezum Reim erfordert wird. Das Ohr entscheidet mehr als festeRegeln.
Man könnte den Vers auf folgendes Schema zurücke führen:
Ein Beispiel diene zur Erläuterung:
links.» tun» jäls» ännl»
Olmri-bnn sszm clsun llambojs.
liüln» tnan wati änüln
dlänti-lla» ssxn äs xlnt» sür§a.
Zn deutsch, mit strenger Beobachtung der Sylbenzahl und der