173
Cocosbäume sind ein Privateigenthum. Man sieht öfters die, so inder Nähe der Wohnungen mit reifenden Nüssen beladen sind, miteinem um den Stamm derselben durch Zusammenknüpfen der ent-gegengesetzten Blättchen befestigten Cocosblatt, das durch Rauschendas Hinanklettcrn verrathen soll, verwahrt. Auf den volkreicherenGruppen Kaben und Nur sind oft Bezirke und Baumgärten auNmzäunungsstatt mit einer Schnur umzogen.
Außer der Sorge für Nahrung beschäftigt unsere Freunde nurihre Schifffahrt und ihr Gesang. Ihr liebstes, ihr einziges Gutsind ihre Boote und ihre Trommel, welche schon ihre Kinderspieleausmachen. Sie führen besonders am Abend, im Kreis um einhellloderndes Feuer versammelt, ihre sitzenden Liedertänze auf. Be-rauschende Freude ergreift dann Alle, und Aller Stimmen mischensich im Chor. Diese Lieder gleichen denen der O-Waihier, sie sindaber roher, verzerrter, die allmälig gesteigerten Wellen des Gesan-ges arten zuletzt in Geschrei aus.
Wir lernten zuerst und hauptsächlich auf der Gruppe Otdiadas anmuthige Volk von Radack kennen. Die Menschen, die unsfreundlich einladend entgegenkamcn, schienen uns eine Zeit lang, imGefühl unserer Ueberlegenheit, zu scheuen. Die Häuptlinge bewiesenden stärkern Muth, die größere Zuversicht. Vertrauen machte unsereFreunde nie zudringlich, nie überlästig. Die Vergleichung unseresüberschwenglichen Reichthums und ihrer Dürftigkeit erniedrigte sienie zum Betteln, verführte sie selten zum Diebstahl, ließ sie nie dieTreue brechen, wo ihnen getraut ward. Wir durchwandelten täglicheinzeln, ohne Waffen ihre Inseln, schliefen bei weggelegten Schätzen(Messer, Eisen) unter ihren Dächern, entfernten uns auf längerenZügen auf ihren Booten und vertrauten ihrer Gesinnung, wie wirbei uns dem wachenden Schutze der Gesetze vertrauen. Wir tausch-ten mit ihnen, von ihnen zuerst ausgefordert, unsere Namen. DieMenschen kamen uns, wo wir erschienen, gastfreundlich entgegen undreichten uns Cocosnnsse dar. Wir handelten auf Otdia nicht, wirbeschenkten und wurden beschenkt. Einzelne schienen zu geben einegleiche Lust zu haben als wir, und brachten uns noch mit feinerSitte Geschenke, wann Gegengeschenke nicht mehr zu erwarten wa-