Druckschrift 
4 (1864)
Entstehung
Seite
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der Stadt sind*grad angelegt; die Häuser massiv, von einem Stock-werk, auf einem unbenutzten Geschoß erhöht. Die Feuchtigkeit derRegenzeit gebietet in dieser Hinsicht dem Beispiele der Eingeborenenzu folgen. Sie sind nach allen Seiten mit äußeren Gallerten um-ringt, deren Fenster anstatt Glases mit einer durchscheinenden Muschel-schale ausgelegt sind. Man befindet sich in den geräumigen luft-durchzogenen und schattigen Zimmern gegen die Hitze wohl verwahrt.Die Klöster und Kirchen, welche die Hauptgebäude der Stadt auö-machen, sind von nicht schlechter Architektur. Die Mauern werden,der Erdbeben wegen, von einer außerordentlichen Dicke aufgeführtund durch eingemauerte Balken gesichert. Etliche dieser Kirchen be-sitzen Gemälde von guten Meistern; einige Altäre sind mit hölzernenStatuen verziert, die nicht ohne Kunstwerth und das Werk von In-dianern sind. Was aber der Indianer gemacht hat, wird nicht ge-schätzt. Wir haben die wenigen flüchtigen Stunden, die wir inManila verlebt haben, meist in den Klöstern zugebracht, wo wirüber uns wichtige Gegenstände Belehrung zu finden hofften. Wirbaben in diesen Pflanzschulen der chinesischen und japanischen Mis-sionen keinen Mönch angetroffen, der mit der Wissenschaft und Lite-ratur dieser Völker vertraut gewesen wäre. Die Fremdlinge erlernenam Orte ihrer Bestimmung selbst die ihnen nothwendigen Sprachen;und das, wonach man in den nicht unbeträchtlichen Bibliotheken vonManila zu fragen eilt, ist eben, was in denselben gänzlich fehlt: dasFach der inländischen Sprachen und Literaturen und der Sprachenund Literaturen der Völker, die man von hier aus zum Glaubenzu gewinnen sich bemüht.

Die Inquisition scheint jetzt zu schlummern, aber die Gewohn-heit der Vorsicht gegen sie besteht, und man merkt den Menschenan, daß es unheimlich ist und daß ein Gespenst gefürchtet wird,das man nicht sieht.

Die Spanier entfalten hier einen großen Luxus. Die Equipagensind zahlreich und elegant. Die Profusion der Speisen auf ihrenTischen, bei der Zahl der Mahlzeiten, die sie an Einem Tage hal-ten, gereicht fast zum Ueberdruß. Geld und Gut zu erwerben istder Zweck, den sich Jeder vorsetzt, und ein gemeines spanisches