1V
deutende Grenzposten besitzen, zu denen der Weg durch das unab-hängige Land der Indianer führt.
Wir werden über die Geschichte von Chile und seine Völkernicht Bücher ausschreibcn, die Jeder zur Hand nehmen kann.*)Ovalle ist getreu, ausführlich und weitschweifig. Molina schreibtmit Vorliebe für sein Vaterland eine Geschichte, die man nicht ohneVorliebe lesen kann; und wahrlich, die Geschichte eines Volkes, dasnoch auf der Stufe steht, wo der Mensch als solcher gilt und inselbstständiger Größe und Kraft hervortritt, muß anziehender seinals die der polizirtcn Staaten, wo Rechncnkunst obwaltet, der Cha-rakter zurücktritt und der Mensch nur abwägt oder abgewogen wird.
Unter den Quellen zu der Geschichte von Chile werden mehrerespanische Heldengedichte aufgezählt, worunter die Araucana vonDon Alonzo de Ereil la den ersten Rang behauptet. DiesesWerk wird im Don Quixote rühmlich erwähnt; Voltaire hates gelobt, und eine Ausgabe davon ist in Deutschland (Gotha 1806—7)erschienen. Dieses schon versificirte historische Fragment, dessen Ver-fasser Kriege besingt, worin er selber gesuchten, verdient weniger dieAufmerksamkeit der deutschen Literatoren, als die der Geschichtsfor-
*) Ovalle (?. .^1vQ2o) Lreve rclaeioa ä«1 Ruzmo tlo Olrili 1646.Aloliua, 8ax§io sulla storia civil« clel Oliili 1787. 8.
Der Abate Giovanni Jgnazio Molina, ein geborner Chileser,wird zu den vorzüglichsten Schriftstellern der italienischen Literatur gerechnet.Wir bedauern, daß sein historisches Werl nicht, wie sein naturhistorisches, insDeutsche übertragen worden. Man kann in demselben einen Oataloxo äiscrittori ävllv cos« clvl Oüili Nachsehen; einen Nachtrag zu demselben in M-türiästes, 3. Thl. 2. Abth. x. 391 u. folg, und in I^inxuarurn totius vrbisinäsx 8. B«r. 1815. p. 18.
Unter den Hülfsmitteln zur Erlernung der araueanischen Sprache hebenwir aus: L. HavestaLlt OkiliäuAu. klonast. 1777, welches, zugänglicher alsdie verschiedenen in Lima erschienenen Ausgaben von Luis de Valdiviaallen Sprachforschern wie uns zu Gebote stehen wird. — Molina selbst giebtim 8nMv sulla storia civil« ein sehr bestimmtes und klares Bild dieser schö-nen Sprache. Wir werden an andcrm Orte Veranlassung finden, die Völkerund Sprachen von Südamerika mit denen der Inseln des großen Occan's unddes östlichen Asien's zu vergleichen, und erwähnen nur, daß uns unsere Forschungdavon entfernt hat, eine Gemeinschaft unter ihnen anzunehmen.