Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
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210
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210 -

Der Hölle Schlangen furchtbar um mich schlingst,

Erschütternd nicht des Mannes ernsten Willen,

Dich straf' ich Lügen; nein, ich bin nicht frei;

Ein eh'rnes Schicksal waltet über mirUnd unaufhaltsam reißt es mich dahin,

Und eisern fällt und trifft das grause Loos.

Böser Geist. (Halb laut.)

Der Falsche lügt sich deinen guten Geist.

Faust.

Du lügst dich meinen guten Geist, entfleuch!

Ich wende mich von dir, ich folge dem.

Belehrung fordr' ich, Wahrheit und Erkenntniß.

Böser Geist.

Wohlan! so schwöre mir den Preis zu, Faust;

Und öffnen will ich dir der Wahrheit Schätze,

Und was der Mensch vermag, sollst du erkennen.

Selbst brich den Stab denn über deine Seele.

(Der Stab des Gerichtes wird Fauste» in die Hand gezaubert, er erschricktund faßt sich rasch wieder.)

Faust.

Du, rascher Sohn des Augenblickes, Wille,Gebäre rasch die That.

Guter Geist.

Die ernste That,Die spät fortwirkend in der Zeiten Schooßc,Entfallen dir, ein Raub der fremden Mächte,Gehöre ewig der Nothwendigkeit.

Noch, Faust, gehört des Herzens Willen dir.

Böser Geist. (Halblaut und langsam.)Und öffnen will ich dir der Wahrheit Schätze,Und was der Mensch vermag, sollst du erkennen.