Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Seite
192
Einzelbild herunterladen
 

192

Dort tauchet schlank und kühn der CocosbaumSein stolzes Haupt in tiefazurne Lüfte;

Ein friedlich Meer bespület hier KorallenUnd Brandungstosen hör' ich fernher Hallen.

Hier ist gut Hütten bauen! Sieh', Kadu!?

Du willst zum Frühtrunk nur den Co«s reichendIch schlief und mir zu Hciupten wachtest du,Liebwerthe, treue Seele sonder Gleichen!

Was haben wir an Eisen? schaue zu!

Hier siedeln wir uns an; sieh' diese Zeichen,

Hier unser Dach, dort weiter ab der Garten;

Die Hand ans Werk! was willst du langer warten?

Kadu, was stehst du trauernd da? wir hattenIn freud'ger Thatenlust den Bund geschlossen;Wie wirst du bleich? was heftest du die mattenErstorb'nen Augen starr aus den Genossen?

Du weichst vor mir zurück in Waldesschatten?Du bist, ein Schemen, Luft in Luft zerflossen!Und ich, der fest daS Leben wollte halten,

Steh' sinnend da, ein Spiel von Wahngestalten.

Auf! schüttle, junger Dichter, deine Locken!

Weh' mir! die sind zu einem Zopf gebunden!

Ich ließ mich von Homeros wohl verlocken,

Nicht achtend auf den schnellen Flug der Stunden;Stiefletten, Bendel, schnell! ich seh' erschrocken,

Daß sich bereits der Obrist eingesunden.

Der Wirbel schallt: Herr Leutnant, nach der Wache!Ja, Bücher schreiben, das ist Ihre Sache!