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Frei schallt aus freier Brust das deutsche Lied,Von keinem Ludwig wird es ausgesät;
Frei wie der Vogel sei der deutsche SängerUnd mög' er vogelfrei auch sein, ihn schlitztDer Gott, der ihn zum Liebling sich erwählt,
Ihm lohnt der Ton, der aus der Kehle dringt,
Er borget nichts von ird'scher Majestät.
Es singe, wem Gesang gegeben ward,
Im deutschen Dichterwald, doch nie entwürdigtZum schnöden Handwerk werde der Gesang.
Ernährst euch von ehrlichem Erwerb;
Eßt euer Brod, das ist der Menschen LooS,
In eures Angesichtes Schweiß; dem TageGehöret seine Plage: spaltet Holz,
Karrt Steine, wenn die Noth es von euch heischt;Wann aber schlägt die Abendfeierstundc,
Und in des Himmels Räumen sich entzündetDas Licht der Sterne, dann, Geweihte, schütteltVon euch die Sorgen, frei erhebt das HauptUnd frei belebt die heil'ge Nacht mit Tönen;
Ruft in den Schlafenden die Träume wach,DieIräume jener Welt, die in euch lebt; —
Das Reich der Dichtung ist das Reich der Wahrheit,Schließt auf das Heiligthum, es werde Licht!