Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Seite
183
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Nachhall.

Wie jetzt der Baum im kalten NebelwindMit nackten Zacken, also traur' ich selbst;

Es reget sich kein Lied in meiner BrustUnd müßig auf der Harfe ruht die Hand.

Hat solches mir der Herbst nur angethau,

Und wird ein Frühling wieder mich erwecken?Vielleicht, ich weiß es nicht. Ist aber ganzVersiegt in mir die Quelle des GesangesGeduld, mein Herz! du wirst es überwinden,

Dich hat das Leben schon den Tod gelehrt.

Du mein vertrauter Freund, mein Saitenspiel,Magst hier indeß am stillen Heerde hangen;

Ich will die Epheuranke um dich winden,

Dich scheidend schmücken mit dem Wintergrün.Hast du mich doch geschmückt mit meinen BlüthenIn Lust und Leid, verherrlicht meine Freuden,

Den Schrei des Schmerzes lindernd aufgelöstIn Wohllaut, und die Lohe meines ZornesVerklärt ergossen in des Acthers Strom.

Und meine Lieder lockten feuchte PerlenIn sitt'ger Frauen Augen, ja, sie wecktenIn manchem deutschen Busen Widerhall;

Die Jugend nennt und liebt den alten Sänger,