„Dir opfr' ich, Gott, was keine Worte fassen;
Nimm so mich hin, wie ich verarmt nun bin; —
Ich will mich ihrer Führung überlassen."
Er spricht's und weint, er meint in seinem Sinn:
Es werde schnell das Schmerzliche vollendet.
Er weint, und rafft sich auf, und gehet hin.
Und wie er dorthin seine Schritte wendet,
Betäubt sein Ohr ein dumpfes Sturmgeläute,
Vom Glanz der Waffen wird sein Aug' geblendet;Verkehrt die Stadt zum Schlachtgefild sich heute?
Er ist so fremd im eig'nen Vaterlands,
Er weiß nicht, was das Gräßliche bedeute.
ES lodern Fackeln dort bereit zum Brande,
Und das Geschütz wird drüben aufgefahren;
Hier rüsten Haufen sich zum Widerstande;
Die Straßen füllen sich mit Kriegcsschaaren;
Man müh't sich dort, daS Pflaster aufzuraffen;
Dort fliehen Frauen mit zerrauften Haaren;
Hier reichen Mütter ihren Söhnen Waffen,
Ermahnen, die zu Streitern sie bestellten,
Zu sterben oder Ruhm sich zu verschaffen.
Er fragt und forscht, und hört im Volke schelten:
Der Tag wird heiß; der Teufel ist mit seinerGroßmutter los; der Hofrath wird's entgelten. —
Und drüben zeigt mit Dolch und Brand sich Einer: —„Was will denn der? mir deucht, ich sollt' ihn kennenEr ist es selbst, fürwahr er ist'ö, sonst Keiner. —Herr Hofrath!" Dieser, hörend so sich nennen,
Kehrt her das Haupt — ihm auf der Stirne stehtDas Kreuz, das rothe Kreuz, er grausig brennen.Zusammcnschreckend vor dem Maler flicht
Er schnell, verbirgt sich in die dicht'sten Gruppen,
Und hält das Kreuz verhüllt, das ihn verrieth. —