Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Seite
164
Einzelbild herunterladen
 

Erschaust du meinen Geliebten,

O schmeichl' ihm mit freundlichem Strahl,Und sag' ihm, ich ließ' ihn grüßen,

Ja grüßen viel tausend Mal.

Der erste Strahl der Morgcnsonne trafDes Malers Augen, welcher hingestrecktNoch auf dem Estrich lag in tiefem Schlaf.

Und wie der Helle Schein ihn aufgeweckt,

Besann er sich und suchte nach der SpurDer Bilder, die zu Nacht ihn so erschreckt.

Ob er's erlebt hat, ob geträumet nur?

Nicht alles war ein Traum, noch zeigt die WandDie sonderbare teuflische Figur.

Sie ist sein Werk, unsicher nur die Hand,

Den Bildern auch Phantastisch zu vergleichen,

Die eines Trunk'nen Uebermuth erfand.

Noch aber will ein Zweifel ihn beschleichen:

Es fehlt, und müßte da sein, sonderbar!

Da, auf der Stirne fehlt das Malerzeichen;

Und ist ihm die Erinnerung doch klar,

Er zeichnete damit den bösen Geist, >

Daran ihn zu erkennen immerdar.

Der Mangel dieses Zeichens, er beweist,

Daß auch mit Wahngebilden er gerungen;

Er fragt sich selbst, was ihm der Spuk verheißt.

Er Prüft des Nachtgespenstes Lästerungen,

Prüft seiner frommen Freunde sanften Zug,

Und fühlet dem zu folgen sich gedrungen.

Die Wuth des Unholds, die in Flammen schlug,

Als ihrer ward erwähnt, sein grimmig Hassen,

Sein Hohn, sein Schmäh'n, sie reden laut genug.