Nahm der sie bei Seite,, starrte langeZweifelnd scharf sie an, und sprach mit NachdruckSag', Unselige, dein Herr hat solchesDir geboten, nicht dein Wille war es.
War und ist mein Wille, sprach sie ruhig.
Er dagegen: Tritt zurück! noch kannst du.
Uepp'ge Lebenslust ziemt deinen Jahren;
Hast die Angst des Todes nicht verstanden,
Weißt nicht, welche Marter dir bevorsteht;
Wirst dich schämen schon mir zu enthüllenDeinen zarten Busen. Siehe! bindenWerd' ich dich mit Stricken, werde wühlenMit dem scharfen Eisen nach dem HerzenIn der Brust dir und heraus es schneiden.
Wankt dein Wille von dem Schmerz erschüttertUnd bereuest du die That: zu spät ist's.
Nichts mehr wird sie deinem Herren frommenUnd dein junges Leben ist verloren.
Tritt zurück! ich will mich dein erbarmen.
Ihm entgegnete die Jungfrau lächelnd:Lieber Herr, ihr habet mir die WahrheitDessen wohl gesagt, was mir bevorsteht,
Habet Dank; das Eine nur befürcht' ich:
Seht euch vor, es wird die Hand euch zitternUnd den Preis des Werkes noch gefährden.Zaghaft seid ihr; eure Rede ziemetEinem Weibe sich, nicht einem Manne;
Faßt ein Herz, getrauet euch zu schneiden,
Ich, ein Weib, getraue mich zu dulden.
Solches hörend stand der greise MeisterVor der zarten Jungfrau, ihr ins Antlitz,In das fromme, ruhig heitre schauend;