Druckschrift 
1 (1896)
Entstehung
Seite
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DIB WANDERJAHRE.

Anhänglichkeit, solche Herzlichkeit habe ich fast nochnie gesehen.“ Ueber Darmstadt, die Bergstrasse entlang,deren Beize ihn entzücken, erreicht er Heidelberg undKarlsruhe, von wo er am 3. Sept. seinen Lieben in derHeimath Bericht erstattet. Auch in Darmstadt überhäuftman ihn mit Liehe und Güte. In der Zahl derer, mitdenen er Verbindungen anknüpft, befindet sich auch„Rath Merk, ein Mann von grossem Kopfe, aus dem Cir-kel der Schlosser, Lavater, Götlie“. Auf dem Melibocus,den er besteigt, schleppt er mit den Genossen Steine zu-sammen, um ein Denkmal in Form eines Altars zu hinter-lassen. „Du siehst, meine Beste, dass das mildere Klimaund das Romantische der Gegenden, die ich durchstreiftbin, schon angefangen haben, mich zur Empfindsamkeitzu stimmen und ich stehe nicht dafür, dass Du, wenn dasso foi’tgeht, einen wahren Siegwart an mir zurückerhal-ten wirst.“ Aus den nächsten Reisestationen (Strass-burg, wo besonders das „erstaunliche Felsengebäude“ desMünsters und „das berühmte Denkmal des noch berühm-teren Marschalls von Sachsen“ ihn fesselt, Colmar, woer seinen ehrwürdigen Freund Pfeffel begrüsst, Basel,Schaffhausen, von wo aus er einen Abstecher nach demRheinfalle macht) liegen keine Briefe vor. Der Heim-gekehrte kann seinem lieben Bruder Hiller (Nov. 1785)nicht beschreiben, wie viel Liebe man ihm überall be-wiesen hat. „Sogar Gastwirthe, wollten kein Geld vonmir annehmen. Hundert deutsche Schriftsteller werdenvermuthlich, ihren höheren Talenten gemäss, mehr geehrtund bewundert als ich, aber ich zweifle, ob irgend einerunter ihnen sich einer so allgemeinen Liebe rühmendürfe. Man hat mich oft bis zu Thränen gerührt.“ Dem-selben Briefe entnehmen wir, dass die freundliche Zu-sprache des Herzogs von Braunschweig doch nicht auf