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Der Zeus-Typus in seiner Ausgestaltung durch Phidias
Entstehung
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aber standen seine rauchgeschwärzten Mauern noch da, werweiß, wie lange. Dann regte sich der Boden unter ihnen undim Aufbeben der Erde stürzten sie zusammen. Länger als einJahrtausend schwemmten Flußwellen und Regenströme überihre Reste, und endlich lag die Ebene wieder da, als sei jung-fräulicher Boden immer hier gewesen. Dann kamen Deutsche,gruben, sahen, erkannten und fügten wieder zusammen mit un-endlichem Eifer und Spürkraft, was zerbrochen und getrenntwar; und auf der Jubiläums-Ausstellung iu Berlin, im fernenNorden, stand die Fassade des Tempels neu aufgerichtet wiederda, als hätten die Hände des Baumeisters und seiner Leuteeben die letzte Arbeit gethan.

Weit länger schon sind ja nun auch die Arbeiter beschäftigt,das größere Werk zu vollbringen, nämlich den Gott selbst, demder Prachtbau geweiht war, wiederherzustellen. Mit unermüd-lichem Eifer gehen auch hier die Bauleute allen Spuren nach,die von ihm in Schrift und Stein erhalten sind und von ihmberichten. Und vielleicht kommt die Zeit, in der auch er ausdem Dunkel der Jahrhunderte wieder auftaucht, wenn auchnicht in seiner alten Gold-Elfenbein-Pracht, so doch in einerNachbildung, welche ohne jeden Zweifel das Wesentliche vonihm vor die staunenden Augen der Menschen leibhaftig wiederhinstellt.

Und wahrlich um nichts Geringes handelt es sich hierbei,gilt es doch dem Höchsten jener Meisterwerke, die alle, scheinbarohne große Mühe konzipirt, ohne große Anstrengung ausgeführt,dem religiösen Gedanken als ihrer einzigen Quelle entspringen.Jeder einzelne Theil daran, vollendet an sich selbst, nimmt inder Vollendung des Ganzen seinen rechten Platz ein, wie dieewigen Gesetze, die die Götter sind, in der Harmonie desUniversums. Die Idee, welche die ganze Moral des Poly-theismus, die Ordnung in der Freiheit darstellt, eine Idee, welche

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