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loren, sondern auch die Schaffenskraft für diese höchste Aufgabeder griechischen Plastik ist auf immer erloschen.
Kommen wir nun nach dieser Darlegung des Entwickelungs-ganges der griechischen Plastik auf unsere Frage zurück, die unszu dieser Darlegung veranlaßte, und suchen wir die Stelle, auder auch die Schöpfung der Maske des Zeus von Otricoli sicheinreiht, so kann darüber kein Zweifel sein. Nur bei Phidiasfinden wir jene Höhe der Kunst, welcher ohne jede Beimischungeines außerhalb des Gegenstandes liegenden allgemeinen Gedankensnichts als die unmittelbare, zwecklose Darstellung und Gestaltungeines Gegenstandes selbst das Ziel ist, und welche dies Zielauch voll uud ganz erreicht; nur einem Phidias galt es alsdas Höchste und gelang es, den Gott ausschließlich in seinemallgemeinen, abstrakten Grundwesen darzustellen und nichts alsden vollen Begriff des Gottes, in abstrakter Ruhe gefaßt, zumplastischen Ausdruck zu bringen. Und daß nun der volle Begriffdes allmächtigen und allweisen Welt-Regierers, des Vaters derGötter und Menschen, im Zeus von Otricoli so deutlich undklar zum plastischen Ausdrucke kommt, das gerade giebt jadiesem Werke seine Bedeutung und weist bei der Frage nachseinem Schöpfer sofort auf die Kunst des Phidias zurück.Damit ist ja dann freilich nicht gesagt, daß nur die Hand desPhidias diesen Zeus von Otricoli gebildet haben könnte undmüßte. Sicherlich ist dieser erst das Werk eines später lebendenKünstlers, aber je später dieser sein Werk schuf, um so höherstellt sich dann das Schaffen des Phidias. Um so mehr er-kennen wir dann, niit welcher siegenden Allgewalt die von ihmgeschaffenen Göttertypen nicht nur seine Zeitgenossen erfaßten,sondern wie sie auch für alles spätere Schaffen griechischerPlastiker als unaustilgbare und unvergängliche Vorbilder inGeltung blieben. So durften wir bei der Frage nach derAusgestaltung des Zeus-Typus durch Phidias gewiß auch von
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