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Der Zeus-Typus in seiner Ausgestaltung durch Phidias
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ihres Kindes den Arm stark macht, der ihren Gemahl vomThrone stürzt.

Zens dagegen hat in der Bedrängniß, in den Gefahrenfeiner Jugend die Roheit und Unsittlichkeit dieser leidenschaft-lichen, nur für sich sorgenden Naturgötter zu sehr kennen gelernt,um noch weiter in ihrer Weise herrschen zu können, und diesum so weniger, als er ja erfahren hat, daß diese Art derHerrschaft doch schließlich nur zum Untergange führt. So istes seine Aufgabe, in anderer Weise seine Macht zu gebrauchen;er darf sich nicht mehr, von selbstsüchtiger Willkür leiten lassen;er darf nicht mehr als unumschränkter Gebieter herrschen,sondern nur das ist seine Aufgabe, daß er den Lauf der gesetz-lichen Ordnung der Dinge überwache, daß er dafür sorge, daßnichts das Wirken der Naturgesetze und der sittlichen Welt-gesetze störe, daß ewig gleiche Ordnung im Laufe der Zeitherrsche und regiere. So wird Zeus zum Schöpfer der neuenWeltordnung und damit zum Walter des Völkerrechts und zumHort der Freiheit, welche die erste Daseinsbedingung desGriechenthums war. Jede Willkür ist seinem Wesen fremd;wohl aber ist er sich der Macht bewußt, welche er nicht nurüber die Menschen, sondern auch über die anderen Götter hat.Die von ihm begründete und gewährleistete Weltordnung wagter nimmer anzutasten, und wo er versucht ist, derselben zuwiderzu handeln, darf er nur an sie erinnert werden, um ihr seineliebsten Wünsche znm Opfer zu bringen.

Die erste Anforderung, die hiernach an Zeus gestellt wird,ist Selbstbeschränkung im Gebrauch seiner Macht, Anstchhaltenseiner Kräfte; es ist stetig ausgeübte Selbstzucht, innere Samm-lung und Konzentration. Das, was der Grieche in seinem sitt-lichen Leben als das Höchste erkannte, Maßhalten in allenDingen, das sieht er und lernt er im Anblick seines oberstenGottes. Soll daher der Kopf des Zeus wirklich das innerste

Sammlung. N. F. VI. ISS. 2 (567)