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Der Zeus-Typus in seiner Ausgestaltung durch Phidias
Entstehung
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Morgen die Sonne auf, unverrückbar wechselt! in festgeordneterFolge die Jahreszeiten, in denen die Pflanzen keimen und blühen,Früchte ansetzen und welken. Tiefes Staunen erfaßt dann denMenschen diesem ewigen Walten der Natur gegenüber, wie esder Dichter in den Worten ausspricht:

Ach, Natur, wie sicher und groß in allem erscheinst du!

Himmel und Erde befolgt ewiges, festes Gesetz.

Jahre folgen auf Jahre, dem Frühling reichet der Sommer,

Und dem reichlichen Herbst treulich der Winter die Hand.

Felsen stehen gegründet, es stürzt sich das ewige WasserAus der bewölkten Fluth schäumend und brausend herab.

Fichten grünen so fort, und selbst die entlaubten GebüscheHegen im Winter schon heimliche Knospen am Zweig.

Alles entsteht und vergeht nach Gesetz?

Wo aber Gesetz, da ist auch Sittlichkeit. Hat daher derMeusch in der Natur den Begriff des Gesetzes gefunden, sokann er auch seine Götter nicht mehr als Repräsentanten derrohen, blindpnrkenden Naturkräfte ansehen; aus den Götternals Repräsentanten der rohen Naturkräfte entstehen die neuenGötter als Repräsentanten der sittlichen Mächte. Und vondiesem Untergang des alten Göttergeschlechts und von der Er-hebung des neuen erzählt uns die Zeus-Mythe.

Kronos und Rhea gehören noch ganz dem alten Götter-geschlecht an. Denn Kronos, die Verkörperung des reinen Be-griffs der Zeit, die ihre eigenen Kinder wieder verschlingt, daalles, was entsteht, auch werth ist, daß es zu Grunde geht, —Kronos ist noch Repräsentant der rohen Naturkraft; er weißnichts von Liebe der Eltern zu den Kindern; nur Selbstsuchtleitet ihn; sein ganzes Thun ist Willkür und rohe Gewalt.Ebenso läßt sich auch Rhea gerade umgekehrt nur von demblinden Naturtriebe der Murterliebe zu ihren Kindern leiten,unbekümmert darum, daß sie durch die Erhaltung und Rettung

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