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Geschwistern, sondern sogar auch mit seinen Söhnen undTöchtern.
Dies der Mythus, wie ihn der poetische Geist des griechischenVolkes von seinem obersten Gotte geschaffen.
Fragen wir aber nach dem Sinn des Mythus, so leitetuns schon der Umstand auf die richtige Deutung, daß es geradedie Insel Kreta ist, wohin Rhea den Neugeborenen flüchteteund wo derselbe aufwächst. Denn Kreta ist eine Stätte ältestergriechischer Kultur, namentlich auf dem Gebiete des Rechts.In den Zeiten des höchsten Glanzes des Griechenthums freilichbleibt Kreta fast im Dunkeln; aber seine Sterne leuchten lange,bevor die Sonne Athens aufgegangen war. Kretas Lage machtdas begreiflich. Denn die Kultur nimmt ihren Weg nachGriechenland von Osten und Süden; Kreta aber liegt wie einvorgeschobener Posten griechischer Erde mitten zwischen denKüsten Griechenlands, Kleinasiens, Afrikas. Dorische Griechensind es, welche die Insel besetzt haben. Vor ihnen siedeltenPhönizier dort sich an, und in Sagen und Götterkultus, inIndustrie und Ortsnamen sind phönizische Spuren genug er-halten. Wie viel aber auch Kretas Kultur diesem kühnen See-fahrervolke zu verdanken haben mag, ihre eigentliche Blüthe istdoch ein Werk der Griechen. Nicht genug wissen die griechischenPoeten von ihr zu rühmen. Als Odysseus, nach.zwanzigjährigerIrrfahrt zurückkehrend, sich seinem Weibe unerkannt in Bettler-gestalt naht und sie ihn drängt, Kunde zu geben, von woherer sei, da nennt er Kreta:
Kreta heißet ein Land in der Mitte des dunkclen Meeres,
Anmuthsvoll nnd fruchtbar und rings umwogt, und darin sind
Viel', unzählige Menichcu, die zwanzig Städte bewohnen.
Am höchsten gerühmt aber wird Kretas Verfassung und Recht;und der Name, in dem die Sage den Glanz jener alten politischenund rechtlichen Entwickelung Kretas verkörpert hat, ist der des
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