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Gedanken, dnrch eine nene Erfindung die anerkannte und durchdie allgemeine Anerkennung geheiligte Schöpfung des früherenMeisters zu ersetzen. Daher ja denn auch die unendlich, vielenWiederholungen von Werken griechischer Künstler während derganzen Dauerndes Römerreichs.
Für den Zeus war ja nun durch Phidias der Typus ge-funden und festgestellt. Nachdem sich daher der Herrscher desWeltalls in dem Standbild von Olympia gleichsam leibhaftigoffenbart hatte, durfte es kaum ein Künstler wagen, von diesemGrundtypus abzuweichen, und, obwohl sich die mannigfachstenNationalansichten bei der Umbildung der einzelnen Züge geltendgemacht haben, so wird doch der Kerngehalt der Darstellungbis in die spätesten Zeiten herab und in den fernsten Ländern,welche von Griechen bewohnt waren, unangetastet geblieben sein.Das mit dem allgemeinen Jubelruf von ganz Griechenland be-grüßte Götterbild hat sich eines ebenso gleichmäßigen Ansehenserfreut, wie die homerischen Gesänge, in denen das hellenischeNationalbewußtsein einen gleich unverrückbaren Einiguugspunktgefunden hat. So werden wir auch alles Große, alles Un-vergängliche im Zeus von Otricoli auf Phidias zurückführenund uns an diesen Kopf halten dürfen, wenn wir nun an unsereeigentliche Aufgabe Herangehen, nämlich die Frage zu beant-worten, welches die hauptsächlichsten Charakterzüge sind, diePhidias in seiner Ausgestaltung des Zeus-Kopfes zum Ausdruckbringt.
Als Phidias in der heiligen Tempel-Cella zu Olympiasein Werk vollendet, so berichten die Alten, und nochmals einenprüfenden Blick über das herrliche Gottesbild geworfen hatte,da erhob der Meister betend die Hände, um von Zeus einZeichen zu erflehen, daß ihm sein Werk gefalle. Und siehe da!Ein Blitzstrahl fuhr aus unbewölktem Himmel herab durch dasoffene Dach des Tempels, ein stammendes Zeichen des göttlichen
(SA)