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Prisenrecht und Flußschiffahrt : eine völkerrechtliche Studie
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Mit auffallender Schnelligkeit und mit theilweiser An-wendung gesperrter Schrift beeilten sich die englischen Zeitungen,diese präsumtive Kriegspraxis der formidablen englischen Flottealler Welt zur Kenntniß zu bringen. Die Ankündigung ver-fehlte denn auch nicht, in der Welt ohne England einiges Auf-sehen zu erregen. Im Binnenländischen allerdings war manüberall geneigt, unter Hinweis auf das moderne Völkerrechtüber die schlechtstilisirten Bravaden der englischen Seeoffizieresich lustig zu machen. Dagegen in den mehr interessirten Kreisendes überseeischen Handels nahm man die Sache sehr viel ernster,zumal da namhafte englische Zeitungen, wieStandard" u. a.zwar ihrem humanen Bedauern über derartige Eventualitäteneines zukünftigen Krieges in wohlgesetzten Worten Ansdruckverliehen, aber nichts anderes, als den schwachen Trost hinzu-zufügen wußten, daß ein solcher Krieg für absehbare Zeit wohl nichtzu gewärtigen sei. Nur einige wenige Blätter, und unter dieseninsbesondereDaily News", brandmarkten die angedrohten Brand-schatzungen kurzweg als Verletzungen des modernen Völkerrechts,während ein bekannter englischer Philanthrop, Sir George Campbell,von der gleichen Voraussetzung ausgehend, die Sache zum Gegen-stand einer Interpellation im Unterhause machte. Leider be-wegte sich die hierdurch hervorgerufene Erklärung des erstenLords der Admiralität in so wenig präziser Ausdrucksweise, daßdie Welt nach wie vor über die Einzelheiten des in einem zu-künftigen Seekriege englischerseits zu beobachtenden und für Rechtgehaltenen Systems in ein düsteres Dunkel gehüllt ist und dasSchlimmste befürchten mag.

Es ist die Absicht der folgenden Studie, das zu gewärtigendeVerfahren der englischen Flotte, sowie die nothwendigerweisesich daran knüpfenden überaus bedeutsamen Eventualitäten imLichte des gegenwärtigen positiven Völkerrechts zu betrachten.Man wird finden, wie wenig mit einer bloßen Berufung auf

(7SS)