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Die Brutpflege der Thiere : Vortrag, gehalten zu Hamburg am 19. November 1890
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gewiß nicht ganz leicht zu übersehen, wohl geordnet, ich möchtesagen numerirt, vor Augen zu haben und so jedem Einzelnenseine tägliche Ration zuertheilen zu können. Es wäre hierwohl der Ort, etwas näher auf die ungemein praktischen, wennauch nicht immer ästhetischen Vorrichtungen einzugehen, mittelstderer die Bienen das kostbare Futter nach Hause tragen, jawie sie es für die allerzartesten Jugendstadien zu leicht ver-daulichem, weil eben schon halb verdautem Bienenbrote zuverarbeiten wissen; ich muß es mir in gleicher Weise versagen,wie eine zusammenhängende Schilderung des ganzen Um-fanges der wunderbaren und großartigen Brutpflege, welchevon den Honigbienen sowohl, wie von den verwandten Jnsekten-formen der Wespen, Ameisen und Termiten ausgeübt und durchdie unermüdlichen Forschungen eines Huber, Dzierzon, Forel,Lubbock und Anderer zu unserer Kenntniß gelangt ist. Nurden einen leitenden Gedanken, der uns das Verständniß dieserbeispiellosen Erscheinungen näher rückt, möchte ich nicht unaus-gesprochen lassen. Bei allen den in Rede stehenden Jnsekten-gruppen sehen wir die beiden Grundprinzipien in Kraft,denen auch die menschliche Gesellschaft das Empvrklimmen zuimmer höheren Graden der Vollkommenheit, der Kultur verdankt:die Vereinigung zu Staaten und die dadurch ermöglichteArbeitstheilung.Viribus unitis", mit vereintenKräften, das ist der Wahlsprnch der Wespen, Termiten, Ameisen,wenn es gilt, jene riesenhaften Bauten auszuführen, gegen welcheim Verhältniß die ägyptischen Königspyramiden als elendeMaulwurfshügel sich darstellen;Theilung der Arbeit", solautet die Losung, wenn es gilt, zum Wohle des Ganzen dieKraft und das spezielle Können des Einzelnen in Dienst zustellen. Dabei ist als ein noch besonders glücklicher Umstandhervorzuheben, daß in dem ununterbrochenen Lebens-zustande dieser Staaten die persönlichen Erfahrungen des

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