geathmete Luftstrom wird nämlich dadurch mit der ganzen Kraftseiner Bewegung theilweise in diese Nebenhöhlen hineingedrängt,so daß diese mit verdichteter warmer Luft gefüllt werden. Hörtnun die Ausathmungsthätigkeit auf, so dehnt sich diese Luftwieder aus und hilft den Luftraum der Nasenhöhle ausfüllen;— außerdem wirkt aber auch hernach die Einathmungsthätigkeitansaugend auf die iu den Nebenhöhlen verbleibende Luft, so daßdiese dem eingeathmeten Luftstrom als Erwärmungsmittel bei-gemengt wird. Die Nebenhöhlen der Nase sind deswegen alsVorrathsbehälter fiir erwärmte Luft anzusehen.
Die durch die Nasenhöhle eingezogene Luft erreicht alsoschon gut durchwärmt den Eingang des Kehlkopfes, so daß eineSchädigung der diesen Eingang bildenden Stimmbänder durchdie Kälte der Luft vermieden ist. Tritt sie aber sodann durchden Kehlkopf in die Luftröhre und durch diese in die Lungen,so findet sie in diesen noch einen beträchtlichen Vorrath vonwarmer Luft, denn die Lungen entleeren im gewöhnlichen ruhigenAthmen mit einer einzelnen Ansathmung nur etwa ein Sechstelihres Luftgehaltes, so daß etwa fünf Sechstel Zurückbleiben.Das Ein- und Ausathmen erscheint deswegen nicht sowohl als einevollständige Entleerung und Wiederfüllung der Lungen, sondernvielmehr als eine Ventilation der in ihnen enthaltenen Luft, sodaß erst etwa fünf bis sechs Athmungsbewegungen eine annäherndvollständige Erneuerung der Luft in den Lungen zu stände bringen.
Unter diesen Verhältnissen sind schon recht hohe oder sehrlange einwirkende äußere Kältegrade erforderlich, um eine nam-hafte Wärmeentziehung für das Blut auf dem Wege der Athmungzu bedingen.
Trotz der besprochenen Schutzmittel ist indessen der Organis-mus keineswegs gegen wichtigere Nachtheile höherer Kältegradegeschützt. Gegen solche bedarf es nicht allein des Schutzes, sondernes bedarf zur Erhöhung der Widerstandskraft des Organismus