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Adolf Bastian
Entstehung
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gelieferten Material werden sich deshalb die leitenden Prinzipienzu ergeben haben für die angewandte Ethik einer positivenMoral (in der Soziologie a. a. O. S. 98.)" Schon in seinerersten umfassenden Materialsammlung, Ter Mensch in der Ge-schichte, berührt Bastian dies Problem:Ein schlagender Beweisder Einseitigkeit unserer Weltanschauung ist die Hartnäckigkeit,mit der stets wieder behauptet wird, daß die bei uns geltendenPrinzipien, die für uns heiligen Wahrheiten, deshalb auch beiallen Völkern gefunden werden müssen und der Natur desMenschen als solcher zu Grunde liegen. Als ob es außer uns,in unserer nördlichen Halbinsel, keine anderen Bewohner derErde gäbe, und wir seit den zwei Jahrtausenden, daß wir zudenken angefangen, schon alle Weisheit absorbirt hätten. Einübermüthiger, aber überall als Konsequenz des Egoismuswiederkehrender Stolz hat lange den Europäer verleitet, sichals das Ideal des Menschen anzusehen, auf alle anderen Zeitenverachtend herabzublicken und jedes Volk, das verschiedene An-sichten aus seinem Gesellschaftsleben zu gewinnen wagte, schondeshalb zu verdammen. Er denkt weder an die weiten Kon-tinente, die noch den Globus bedecken, und wo unzähligeVölker ihre selbständigen Kulturen entwickelten; er erinnert sichnicht der vielen glänzenden Geschichtsepochen, die entstanden undvergingen, als noch kein Lichtstrahl der Civilisation in dieBarbarei seiner Wälder gedrungen war. . . . Die Mehrzahl derGebildeten blickt nicht über ihre Atmosphäre hinaus; aber werirgend gesunde Ansichten von Statistik oder einer naturwissen-schaftlichen Weltanschauung hat, wird sich wohl hüten, nach ihrden Durchschnittsmenschen der großen Volksmassen zu konstrniren.Die bei uns geltenden Grundsätze der Moral hat man deshalbfür die allein natürlichen, für die dem Menschen angeborenengehalten, und wo sie fehlten, sie mit Gewalt einzudrängen ge-sucht. Obwohl allerdings das Moralsystem in Europa wegen

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