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Adolf Bastian
Entstehung
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nur in der fälschlichen Uebertragung des eigenen Standpunktesauf den des Gegners sich begründet.

Es kann hier nicht unseres Amtes sein, die Ergebnisseder Forschung unseres Altmeisters auch nur nach ungefährenUmrissen skizziren zu wollen; das würde ganze Bände füllen,und es wäre noch kein Ende abzusehen. Nur einige besonderswichtige Kapitel möchten wir aus dieser umfassenden Darstellungheransgreifen, um daran die Bedeutsamkeit der Probleme dermodernen Völkerkunde zu veranschaulichen. Zunächst, wiehaben wir uns das Weltbild des Naturmenschen vorzustellen,nach dem er sich seine Mythologie und Religion schafft, wieorientirt er sich überhaupt in seiner Umgebung, und welchenReflex wirft dieselbe auf seine eigenen geistigen Produkte?Diesen Prozeß sucht Bastian folgendermaßen zu bestimmen:„Indem der Wilde in der analytischen Zersetzungsarbeit dessen,was er vor sich sieht, rasch erschlafft, indem er die Existenz desUnbekannten als solchen zugiebt und mit dem zugetheiltenNamen in seine Gedankenreihen einführt, so hat er sich damitselbstwillig einen Despoten gesetzt, dem er knechtisch und demüthigzu dienen hat, ehe es dem Denken später einmal gelingen wird,ihn in seine konstituirenden Elemente aufzulösen und dieselbenim fortschreitenden Verständniß zu bemustern. Der Menschlebt im Horizont seiner eigenen Anschauungen, innerhalb derobjektiv projizirten Schöpfungen, die ihn in einer ganzen Kreis-linie festbannen, bis er sich aufschwingt, die Identität der sub-jektiven Gesetze mit denen des Alls zu erkennen. Er ist stetsvon den Vorstellungen beherrscht, die in ihm das Uebergewichtgewinnen, in dem Stadium edelster Humanitätsblüthe sowohl,wie in dem kryptogamischen des Wilden. Mit Aufnahmedes Unbekannten hat der Wilde eine unbegrenzte Größe in seineGedankenreihen zugelaffen, ein x von nicht definirtem und nichtdefinirbarem Werthe, das bei allen geistigen Berechnungen, bei

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