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Eine deutsche Stadt im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance
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erst der Bergbau in Ungarn, Steiermark und Tirol. Nächstden Augsburger Weberarbeiten, zu denen später die großartigstenFärbereien kamen, haben die der dortigen Silberschmiede ihrenRuf bis heute behauptet. Schon im 14. Jahrhundert prangtedie Stadt mit den Arbeiten in Silber, die ihre Bürger lieferten,bei Verehrungen an Fürsten. Bei jeder Gelegenheit reichteman die Becher und Schalen, die das Schönste waren, dasman zu bieten vermochte.

Augsburg tritt dem heutigen Besucher noch in so aus-geprägtem Charakter wie wenige Städte des Vaterlandes entgegen.Auf Schritt und Tritt sprechen die Erinnerungen einer groß-artigen Vergangenheit uns an. Aber nicht etwa, wie in Nürn-berg, an das Mittelalter, sondern an die Periode, welche demMittelalter folgte, werden wir gemahnt. Ein geistvoller Schrift-steller, der über Leben und Kultur der ehrwürdigen Reichsstadtuns köstliche Studien mitgetheilt, hat Augsburg das deutschePompeji der Renaissance genannt. In der That, das eineWort Renaissance sagt Alles zusammen, was uns noch heuteals Charakter der Stadt entgegentritt. Die Renaissance hatsich hier so bald und so vollständig Bahn gebrochen, wie ankeinem andern Flecke des Reichs, hat mit solcher Entschiedenheitund Nachhaltigkeit hier Fuß gefaßt, daß ihre Kultur und Kunstbald die Alleinherrschaft behauptete, beinahe alle Spuren dervergangenen Perioden verwischend, allem Einfluß der späterentrotzend und noch jetzt vor unseren Augen so wohlerhalten undlebenskräftig, als wäre auch hier die mehrhundertjährige Deckeeines Aschengrabes schützend darüber gebreitet gewesen. Wennwir die Straßen durchwandern, so fühlen wir fast ungestörtuns in eine Zeit zurückversetzt, von der wir deutlich erkennen,daß sie die größte Zeit Augsburgs war, daß in ihr aber auchAugsburg groß dastand vor allen anderen berühmten und mäch-tigen Freistädten. Fast nirgend werden wir an das Mittel-

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