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Eine deutsche Stadt im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance
Entstehung
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Hause, so daß der römische Kaiser auf dem Reichstag mitseinem ganzen Hof darin Raum gehabt hat."

Wie die Stadt, so ändert auch die Einwohnerschaft ihrePhysiognomie durch die Umwandlungen der Trachten, welchedas sicherste Kennzeichen von Umwandlungen der Sitten sind.Da scheint im Jahre 1496 den Bürgern der Anzug burgun-bischer Reiter zierlicher als der eigene zu sein. Sie entlehnenvon ihnen namentlich die weiten, gebogenen Schuhe statt dergeschnäbelten. Gleichzeitig kommen die Sohlen oder Pantoffelnstatt der Holzschuhe in Gebrauch. 1497 kommt eine neue Klei-düng für die Bräute auf: den Schleier vertritt der Kranz aufbloßem Kopf mit niederhäugenden Zöpfen. 1507 ändert sichdie Trauerkleidung; 1517 werden zuerst die Barette getragen.In ganz Süddeutschland wird allmählich die Augsburger Trachtgetragen. 1503, sagen die Chroniken, fingen die Bürger erst-mals an, das Haar auf dem Haupte kurz abzuscheren, und dasie zuvor die Bärte kurz gestutzt getragen, jetzunder lang wachsenzu lassen, während man früher, wie es an einer anderen Stelleheißt, es für ein sicheres Anzeichen hielt, daß Derjenige, so einenlangen Bart hätte und doch kein Kriegsmann wäre, entwedereines Bubenstücks sich bewußt oder doch nichts Gutes im Sinnhaben müßte.

Eines Lobes voll sind die zeitgenössischen Schriftsteller vonder Anmuth und dem Liebreiz der Augsburgerinnen. Franknennt sie „ein leutselig, freundlich, redsprächig und grüßbarVölklein, ein schön weiblich Bild, das wohl mit der Hofartkann, daß ich auch ein Sprüchlein davon gehört Hab: Hofartist allenthalben Sünd', aber in Augsburg ist es ein Wohlstand,denn sie konnten sich so artlich drin schicken, daß sie gleich anHofart demüthig sein und in großem Pracht und Reichthuman Pracht". Den gekrönten Dichter Salomon Frenzl ausBreslau haben sie auch zu folgenden Versen begeistert:

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