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gebildet. Glanz und Bewegtheit mehrte der häufige Aufenthaltdes Kaisers und seines Hofes in der Reichsstadt, welche dennoch,von allen Nachtheilen einer eigentlichen Residenz verschont, immereine freie Stadt in jedem Sinne blieb. Ergötzen für das Auge,Nahrung für die Einbildungskraft gab es überall; es war einbuntes, wechselndes Treiben, das besonders durch Augsburgsgroßartige, merkantile Stellung, welche es stets lebendig erhielt,stets mit der Ferne in Berührung brachte, in seinem Charakterbestimmt ward. Augsburg war der Ort, aus welchem derKünstler hervorgehen mußte, dem es allein von seinen deutschenZeitgenossen gelang, alle Fesseln zu lösen, welcher allein kirch-lichen Zwang und vaterländische Kleinlichkeit und Sprödigkeitabstreifte, mit seinem ersten Schritte schon so frei, kühn undunbefangen wie keiner in das Leben hinaustrat und mit Lustsich fühlen konnte als ein neuer Mensch in einer neuen Welt.Es ist überflüssig, hier auf die Bedeutung Holbeins für diedeutsche Kulturgeschichte näher einzuaehen. Gleich seinem großenGeistesbruder Dürer zerbrach er die Schranken der mittelalter-lichen Malerei und eroberte, ohne der vaterländischen Traditionuntreu zu werden, für seine Kunst eine neue Welt des Natur-studiums, der klassischen Formenanmuth und der freien modernenGedankenfülle. Nur auf einen Punkt möchte ich noch aufmerksammachen. Ist Holbeins äußeres Leben gleich nicht so eng anseine Vaterstadt Augsburg gefesselt, wie z. B. Dürers an Nürn-berg, so war doch seine künstlerische Entfaltung eine ebensocharakteristisch altaugsburgische, als er zu den wahren Prophetender Renaissance im edelsten Sinne zählt. Der Kampf umsmaterielle Dasein hatte ihn und den Vater frühzeitig aus derVaterstadt in die Fremde getrieben. Dort raffte ihn im blühend-sten Mannesalter die Seuche hin, und eine Fülle von Plänenund Hoffnungen ward mit ihm begraben.
Wenn ich eine Kunstgeschichte Augsburgs geben wollte,
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