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bei Denen, die vorzugsweise für verständig und gelehrt galten,bei den Rathsverwandten und in den höchsten Kreisen der Stadt,ja selbst unter den Geistlichen und Domherren. Sie war vor-bereitet genug, denn diejenige Richtung, welche neben der refor-matorischen stand und im Bunde mit ihr den Kampf gegendas alte System unternahm, die humanistische, hatte hier soentschieden wie an wenigen Orten des Reiches Fuß gefaßt.Augsburg war freilich nicht der Sitz einer Universität, auch einGymnasium wurde erst viel später gegründet, aber zahlreichePrivatmänner gaben sich dort den klassischen Studien hin undförderten sie auf jede Weise. Unter diesen haben zwei in denhöchsten Aemtern des städtischen Gemeinwesens gewirkt und auchweiterhin in den Geschäften des Reiches Anerkennung und Ein-fluß sich erworben. Der ältere, Konrad Peutinger (1465—1547),war als die bedeutendste juristische Kapazität früher schon indem öffentlichen Dienst verwendet, unter dem bescheidenen Titeleines Stadtschreibers lange die Seele des Regiments, in allenauswärtigen Beziehungen Augsburgs erprobter und gewandterAnwalt, infolge seiner ausgezeichneten Eigenschaften kaiserlicherRath und vertrauter Freund Maximilians I., der ihn bei seinenhäufigen Besuchen der geliebten Augusta allen Andern vorzog undkaum einen wichtigen Beschluß faßte, ohne sein mündliches oderschriftliches Gutachten eingeholt zu haben. Gleich anderen höherstrebenden Jünglingen jener Zeit hatte er seine Studien inItalien gemacht und war dort zu so ausgezeichneten Männern,wie Pico della Mirandula, in ein freundschaftliches Verhältnißgetreten. Von den Ideen des Humanismus und dem reforma-torischen Umschwung in der Welt der Gedanken wurde er mächtigergriffen. Nach seiner Rückkehr, auch unter dem Drange derGeschäfte mit den klassischen Alten fortwährend eifrigst beschäftigt,fand er sich zu den Vorkämpfern der freien unbefangenen Richtunghingezogen, die für eine bessere Gestaltung der Dinge in der
(SS)