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Eine deutsche Stadt im Zeitalter des Humanismus und der Renaissance
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ein Augsburger Pfarrer, Meister Johannes, mit Holzstempelndruckte und die Linnenpapierurkunden Augsburgs die ältesten inDeutschland und Europa sind, indem sie schon mit dem Jahre1320 beginnen. So geht Herberger Schritt für Schritt durchalle möglichen Kunstfertigkeiten, so daß wir am Schlüsse derLektüre überzeugt sind, im späteren Mittelalter und in derRenaissance sei fast jeder Fortschritt in diesen Dingen aus Augs-burg gekommen. "

Mag sich nun auch der verdienstvolle Verfasser in manchenPunkten von seinem Lokalpatriotismus über die Grenze des strengNachweisbaren haben fortreißen lassen so viel steht fest, daßAugsburg am Ausgang des Mittelalters eine der blühendsten,gewerbthätigsten und reichsten Städte Deutschlands war. Dasecht republikanische Stadtregiment hielt die schöne Mitte zwischenGeschlechter- und Zünfteherrschaft. Freie Reichsstadt war Augs-burg schon seit Konradins Zeit, unter dem es um vieles Gelddie Oberhoheit der schwäbischen Herzöge abgelöst hatte. Undauch gegen den Kaiser stand es ziemlich unabhängig da, wenn-gleich das Malefiz- und Halsgericht noch bis 1447 bei dessenVögten war. Jahrhundertelange Kämpfe mit den Bischöfen undden benachbarten Herzögen von Bayern hatten die Kraft unddas Selbstbewußtsein der Bürger zu seltener Höhe entwickelt.Unausgesetzte Zwistigkeiten mußten namentlich mit der Geistlich-keit Vorkommen. Zwei selbständige Mächte waren von dennämlichen Mauern umschlossen; der Bischof ging nicht mit denInteressen der Stadt, sondern verfolgte besondere Zwecke, diejenen Interessen oft schnurgerade entgegenliefen. Hierzu kamendie großen Einnahmen und die noch größere Habsucht des Klerus,das müßige Wohlleben, welches zu der angestrengten Thätigkeitder Bürger in starkem Gegensätze stand. Dieser innere Unfriedehatte einen besonders hohen Grad zu Anfang des 15. Jahr-hunderts erreicht, zur Zeit der kirchlichen Spaltung, welche das

(SS)