Druckschrift 
2 (1891)
Entstehung
Seite
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König durch sein fraw mutter undt gemahlin ja nahe genung verwandt, daßer sie vor andern ckistin^uiron solte. Das ist der josrnvittsr große kunst,sich alß auff beyden seytten woll zu erhalten. Nun hertzog Llax thut wasI. L. der Churfürst von Lraun^vmA will, ist es ja auch billig, daß er ihmgelt schickt undt seine schulden zahlt. Viel gelt hette hertzog Nax hir nichtbekommen; die allergrösten ponsionon vor frembte fürsten gehen nie überzweytaußendt thaller. . . Zn IVion will man nicht alt werden nach demfrantzöschen sprichwort, denn man pflegt alß zu sagen:on no visillit poiotö. tablo", drumb tischiren sie so lange; warumb wollen E. L., daß diß diemühe nicht wehrt ist zu sagen, es ist doch ahngcnehm zu wißen, wie cs beisrembten Höffen vorgehct. E. L. haben woll groß recht, daß die Welt wieein gartten ist, wo allerhandt kreüter in sein, gutt undt böß; unkraut ver-geht woll so leicht alß das gutte gcwäxs, allein es kompt geschwinder wider;die jungfer Oold pflegt alß zu sagen:alle tag waß neüeS undt selten waßgutts"si. Es were woll schadt, wenn der brasse König in Schwedens ohnelinder sterben solte. Ich glaube, daß der König in Schweden so keüsch ist,weilten er es nie versucht hatt, denn inan sicht wenig mannsleütte keüsch,wenn sie den bratten geschmeckt haben. Ich glaube, es Heist auff teütsch wasE.L. in frantzösch -schreiben:sein gcsaß in ehren halten". Warumb wollenE. L. einhnlten was Ihnen in die feder kompt, denn E. L. sprechen ja nurahn Dero Ickssolotts, so mitt freüdcn list alles was E. L. schreiben. Wennich kein teütsch mehr schriebe, würde ich mein teütsch durchauß vergehen, undtdas were mir leydt, schreibe E. L. derowegen immer in nutzere muttersprach;hette ma tauts die fraw abtißin von Uanbuis8on ösiter teütsch geschrieben,würden J.L. dero teütsch nicht so baldt verlernt haben; sie schreibt gar eineschönne handt auff frantzösch, allein sic ortoArutlirt nicht woll undt vergiftgar offt die Wörter; sie hatt doch noch große vivacütet undt schreibt rechtpoßirlich- .

486. Vsrsaillo den 12. ckaimari 1702.

. . . Der König in kronsson kan nie fehlen geschert zu werden, dennthun es andere nicht, so thut er es selber. Es ist etwaß gar wunderliches,daß hertzog Nax, so lutbsrisob ist, einen josuvvittsrb) zum Intonckanton vonseinem hauß hatt. Es ist kein Wunder, daß dießer hertzog trawerig ist, wenner kein gelt hatt undt nicht nach seinem stände leben kan; allein wie er seinesach in allem ahnfengt, hatt der josrnvitter keine ehre davon, denn es ist ge-wiß, daß I. L. rahtgeber nichts teügen müßen, zu sehen alle die eonckuitto,so hertzog Llax in seiner sach gehalten hatt. Der llumor muß ein wenig

h Vgl. Wandcr, Deutsch. Sprichw.-Lex. IV, Col. 990. si Karl XII. si Wolf; vgl-II, S. 9, N. l.