Zukünfftige Woche hoffe ich mitt dem König cmff die jagt zu reitten.ckorcknu^) ist gar ein auffrichtigcr ehrlicher mann. Hinderst) helt auchgar viel von ihm; sie ist kranck geweßen, hatt ein wenig die rotte rühr ge-habt, aber nun befindet sie sich gottlob wider gantz woll uudt ich glaube,daß es beßcr mitt ihrer gesundtheit geht alß mitt ihrem heüratt; sie dauertmich, denn es ist das beste mensch von der Welt, wie E. L. woll wißen,und ich habe sie recht lieb, drumb ist es mir recht lcitt, daß ohngeacht ihregroße gottcsforcht es noch nicht recht rutschen will . . E. L. schreiben sindtein theill vou meinen roligniori, so ich ahm meisten verware, weilten E. L.die eintzige hcyllige sein, wordnrch mir die große gnade von Gott crwißenworden nndt welche mir ahm meisten gutts gethan haben. . .
5. 8t. 6Ion den 22. ^nxusti 1674.
Wan meine wünsche wahr tönten werden, so möchte ich E. L. prin-cesgenb), mein pntgcn, lieber mons. Io änuplnnff, alß meinem sohn wünschen,denn das ist ein beßer bißen nndt wcre cs eben recht im alter nndt E. L.wüsten jetzunder noch eine dochter bekommen nndt die da» ahn meinen elftensohn geben; weillcn ich aber glaube, daß gegen die zeit daß E. L. dießenbrieff cntpfangen werden, es woll ahn dem sein wirdt, daß E. L. einensohn oder dochter haben nndt ins kintbett sein werden, so will ich E. L. vordißmahl nichts mehr sagen, als; daß ich von hertzen wünsche, daß E. L.glücklich nidcrkommen mögen^). Gott gebe, daß unßer prinoos zu Heydel-berg") auch cinmahl ahnfangen möge, unßerm gntten oxompel zu folgen,zuforderst aber ist ihnen zu wünschen, daß uns Gott den gntten friedenwider verletzen wolle, denn sonsten würde der pap') in der gntten Pfaltz garthcner werden, wan mons. cko lllarsuoch noch mehr kühe wcgnehmen soltc,welches aber, wie ich verhoffe, pate^) nun woll wehren wirdt. .
In dißem augenblick rufft man mir, umb 'minder zu gehn, dennder König, Königin nndt mov8. Io äanplnn wollen mich im durchfahrenbesuchen; sie kommen von ?ru'is, alwo man heütte das Io venm gesungenwegen der schlagt, so mr. Io pi-inoo^) gewonnen^), denn er hatt des piinoen
-) Beichtvater d. Elis. Charlotte. -) Vgl. S. 2, N. 10. tz Sophie Charlotte. Louis,ältester, 1. Nov. 1661 geb. Sohn des Königs Louis XIV. Am 18. Sept. 1674 ward ^der jüngste Sohn der Herzogin Sophie, Ernst August, geboren. °) Wilhelmine Ernestine, §die Gemahlin des Kurpr. Karl v. d. Pfalz, Tochter des Königs Friedr. III. von Dänemark, j') Pap, Pappe (lat. pappa): Kinderbrei, allgem. auch, wie hier: Speise, Futter. °tz Der'französ. Marschall Henri de Latour d'Anvergne, Vicomte de Turenne; vgl. über die damal.Lage der Pfalz: Häusser, Gesch. d. rhein. Pfalz II, S- 600 ff. h Herzog Georg Wilhelmvon Celle, welcher dem Kurf. Karl Ludwig Hülfstruppen gesandt hatte. Vgl. den Briefw.zwischen der Herzogin Sophie und dem Kurf. Karl Ludw. (Public, a. d. Kgl. Preuß. Staats-archiven, Bd. 26) Briese 206 ff. ch „1s xrinos" ward genannt: Henri Jules de Bourbon,Prince de Conds. ") Bei Seneffe am 11. Ang. 1674.