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Noch eine hohe Säule zeugt von verschwuudner Pracht,
Auch diese, schon geborsten, kann stiirzcn über Nacht.
Mein Freund hatte in Oberingelhcim einen Onkel wohnen,den er besuchen ging, nnd er lud mich ein mitzngchen.Ich hatte keine rechte Lust und dachte auch den Leutenbeschwerlich zu fallen, welches mir aber von ihm ausge-rcdet ward. Ich ging mit und wurde dort mit echter
deutscher Gastfreundlichkeit nnd Herzlichkeit empfangen; baldwar ich einheimisch. Nachdem die ersten Bcwillkommnungs-actc vorbei waren, wurde unS denn mit Triumph kundgethan, das; morgen Kirchweih im Ort sei. Ich hattegleich beim Eintritt in? HauS so etwas gemerkt, denn wirwurden mit mehligen Händen empfangen und ich hättemich beinahe auf einen Apfelkuchen niedergelassen. Na,bald saßen wir am Abcndtisch und ich als Fremder kamzwischen die beiden HauSlcntc, wo ich sie näher kennenlernte. Er, ein kleines dickes Männchen, voller Feuer undLeben, wo ihm denn seine Dicke nnd eine etwas stotterndeStimme sehr hinderlich ist, aber die Ehrlichkeit und Güteselbst. Er ist Doctor und heißt Gieswcin, welcher Namesich sehr gut zu seinem herrlichen Weinkeller verhält; seineFrau, etwas größer wie er, vereinigt alle Tugenden, die,soviel ich weiß, eine gute Hausfrau haben muß. Eineganz herrliche Frau! Sie haben einen einzigen Sohn, derim ganzen Sinne des Worts ihr Alles ist; er ist in meinemAlter, ein sehr hübscher nnd gebildeter junger Mensch,und denselben Abend tranken wir noch nach altdeutscherSitte Brüderschaft. Nachher war noch die Schwester meinesFreundes da, ebenfalls ein zwar nicht hübsches aber liebens-würdiges Mädchen. Wir gingen früh zu Bette, um unS